Plattformen & Migration
CMS-Migration: Checkliste für Redirects, Metadaten, Tracking und Rollback
Kernaussagen
- Eine Migration bleibt ohne Rankingverlust, wenn jede alte URL per 301 oder 308 auf die passende neue URL zeigt, ideal in höchstens 3 Hops.
- Weiterleitungen sollten mindestens 1 Jahr aktiv bleiben, Google empfiehlt dauerhaft, wenn möglich.
- Webflow empfiehlt höchstens 1.000 Weiterleitungsregeln, bei Seiten mit Zehntausenden URLs ist das eine Planungsgrenze.
- Noindex auf der Testumgebung, nicht übernommene Metadaten und ungetestete Formulare sind die häufigsten Fehler.
- Die Kontrolle nach dem Start läuft über mindestens 12 Wochen mit Vergleich gegen die Messwerte vor dem Umzug.
Kurzantwort: Eine CMS-Migration bleibt ohne Rankingverlust, wenn jede alte URL per 301-Weiterleitung auf die passende neue URL zeigt, Titel, Beschreibungen, Überschriften und Alt-Texte vollständig übernommen werden, Tracking und Formulare vor dem Go-live getestet sind und du nach dem Start Indexierung, Fehlerseiten und Rankings aktiv kontrollierst. Google rechnet selbst mit vorübergehenden Schwankungen von einigen Wochen. Ein Rollback-Plan sichert dich für den Fall ab, dass der Start schiefgeht.
Das Wichtigste in Kürze:
- Ohne vollständiges Redirect-Mapping gibt es keine sichere Migration.
- Messe den Ist-Zustand vor dem Umzug: Rankings, Traffic, Backlinks, Indexierung, Conversions.
- Teste Tracking, Consent und Formulare auf der neuen Seite, bevor die Domain umzieht.
- Plane den Rückweg: Zeitfenster, Entscheidungskriterien, DNS-Werte, Zugriff auf das Alt-System.
- Behalte Weiterleitungen mindestens ein Jahr, Google empfiehlt sogar, sie dauerhaft zu behalten, wenn möglich.
Inhalt
- Phase 0: Ausgangslage messen
- Phase 1: URL-Inventar und Redirect-Mapping
- Phase 2: Metadaten, Inhalte und Alt-Texte
- Phase 3: Technik, Staging und Backlinks
- Phase 4: Tracking und Consent
- Phase 5: Formulare und Integrationen
- Phase 6: Tests vor dem Go-live
- Phase 7: Go-live und Rollback
- Phase 8: Kontrolle nach dem Start
- Typische Fehler
- Kurzfassung zum Abhaken
- Häufige Fragen
Warum Migrationen Rankings kosten und wie du es verhinderst
Rankings gehen bei Migrationen verloren, weil Suchmaschinen Adressen, nicht Seiten bewerten. Ändert sich eine URL ohne Weiterleitung, ist die alte Adresse für Google weg und die neue ein unbekannter Neuling ohne Backlinks, Historie und Signale. Das gilt unabhängig davon, ob du von WordPress, TYPO3, Wix, Jimdo, Squarespace oder Framer umziehst oder ob du die Plattform wechselst, die Domain änderst oder nur die Struktur neu ordnest.
Google beschreibt den Ablauf in der Dokumentation zum Seitenumzug mit URL-Änderungen und nennt als Kern: alle alten URLs den neuen zuordnen, serverseitig mit 301 oder 308 weiterleiten, die neue Sitemap einreichen und danach beobachten. Diese Checkliste übersetzt das in eine Reihenfolge, die du mit deinem Team oder einer Agentur abarbeiten kannst.
Für die Wahl der Zielplattform selbst findest du die Entscheidungskriterien in der Plattformberatung. Der Blog erklärt den Ablauf eines Relaunchs im Überblick unter Website-Relaunch ohne Rankingverlust und Ablauf eines Relaunchs.
Phase 0: Ausgangslage messen
Ohne Messwerte vor der Migration kannst du hinterher nicht beurteilen, ob etwas verloren ging. Halte deshalb den Ist-Zustand fest, bevor irgendetwas umgebaut wird.
- Search Console für alle Varianten verifizieren. Google nennt als ersten Schritt, alle Varianten der alten und neuen Seite einzurichten: HTTP und HTTPS, mit und ohne www, Subdomains.
- Leistungsdaten exportieren. Klicks, Impressionen, Klickrate und Position pro Seite und pro Suchanfrage, mindestens für die letzten 12 Monate. Das ist deine Vergleichsbasis.
- Rankings der wichtigsten Suchbegriffe festhalten. Eine Liste von 30 bis 100 Begriffen, die Anfragen oder Umsatz bringen, mit aktueller Position und ranking URL.
- Analytics-Zahlen sichern. Sitzungen nach Kanal, Top-Landingpages, Conversions und Formularabsendungen pro Monat.
- Indexierungsstand dokumentieren. Wie viele Seiten sind indexiert, welche Fehler und Ausschlüsse gibt es schon? Diese Zahl brauchst du später für den Vergleich.
- Technisches Audit der Altseite. Statuscodes, Weiterleitungsketten, Canonicals, noindex-Tags, hreflang, Sitemap, Ladezeiten. Fehler der Altseite solltest du nicht mit umziehen.
- Backlinks exportieren. Welche Seiten haben externe Links? Dazu mehr in Phase 3.
Ergebnis dieser Phase ist ein Ordner mit Exporten und ein Dokument mit den Seiten, die dir am meisten wert sind. Diese Seiten bekommen bei allen weiteren Schritten Vorrang.

Phase 1: URL-Inventar und Redirect-Mapping
Das Redirect-Mapping ist die wichtigste Einzelaufgabe der Migration. Es ordnet jeder alten URL die passende neue URL zu.
So baust du das Inventar
Google empfiehlt, mit den Sitemaps, den Seiten mit dem meisten Traffic aus Logfiles und dem Links-Bericht der Search Console zu beginnen. Ergänze das um einen Crawl der Altseite und um Bilder, Videos, PDFs sowie CSS und JavaScript, die extern verlinkt sein könnten. Die Tabelle soll mindestens diese Spalten haben:
| Alte URL | Neue URL | Typ | Status | Traffic und Backlinks | Notiz |
|---|---|---|---|---|---|
| /leistungen/seo-beratung | /leistungen/growth/seo | 301 | geprüft | hoch | Inhalt zusammengelegt |
| /blog/alter-artikel | (entfällt) | 410 | geprüft | niedrig | Kein Ersatz |
| /produkte/modell-x | /produkte/modell-x | gleich | geprüft | mittel | URL bleibt |
Regeln für die Zuordnung
Diese Regeln stammen aus der Google-Dokumentation und gelten unabhängig vom System:
- Serverseitig weiterleiten. 301 oder 308, clientseitige Weiterleitungen nur im Notfall.
- Direkt auf die finale URL. Googlebot folgt bis zu 10 Hops, ideal sind höchstens 3, in jedem Fall weniger als 5.
- Nicht alles auf die Startseite. Viele alte URLs auf eine unpassende neue Seite zu schicken, führt zu Soft-404-Verhalten und verschenkt Relevanz.
- 404 oder 410 für Inhalte ohne Ersatz. Wenn du eine Seite bewusst nicht übernimmst, gib den passenden Statuscode zurück.
- Weiterleitungen mindestens ein Jahr behalten, besser dauerhaft.
Redirects in Webflow, WordPress und TYPO3 umsetzen
Wie du die Liste einträgst, hängt vom Zielsystem ab:
- Webflow: Regeln stehen in den Site-Einstellungen unter Publishing. Laut Webflow-Hilfe gibt es kein hartes Limit, empfohlen werden höchstens 1.000 Regeln, weil jede in die Auslieferung eingeht. Wildcards mit Capture-Groups (zum Beispiel
(.*)im alten Pfad und%1im Ziel) fassen ganze Ordner zusammen. Bei Seiten mit Zehntausenden URLs ist das eine Planungsgrenze: Logik in Wildcards überführen, Mini-URLs ohne Wert bewusst auf 410 setzen oder Teile auf Serverebene lösen. - WordPress: Weiterleitungen laufen per Plugin oder über die Serverkonfiguration (zum Beispiel Apache oder Nginx). Serverregeln sind schneller und praktisch unbegrenzt, brauchen aber Zugriff auf den Server.
- TYPO3: Weiterleitungen lassen sich im System pflegen oder auf Serverebene lösen. Bei Versionssprüngen ändern sich teils URL-Schemata, prüfe das früh.
Nach dem Eintragen prüfst du jede Regel. Google nennt dafür das URL-Prüftool für einzelne Seiten und einen Crawler oder ein Skript für große Listen. Ziel: kein Hop-Chain, keine Schleife, jede Zeile liefert den erwarteten Statuscode.
Branchenhinweis: Bei IT und Software ranken Feature- und Integrationsseiten oft einzeln, bei Industrie und Engineering tragen Produkt- und Serienseiten den Long-Tail-Traffic. Diese URLs bekommen zuerst ein sauberes Mapping.
Phase 2: Metadaten, Inhalte und Alt-Texte
Metadaten und Inhalte sind der zweite Verlustpunkt. Bei Migrationen gehen sie verloren, weil Felder im Zielsystem anders heißen oder beim Import nicht gemappt werden.
Prüfe für jede wichtige Seite:
- Title-Tag und Meta Description. Wörtlich übernehmen, solange sie gut ranken. Optimierungen kommen später, nicht gleichzeitig mit dem Umzug, sonst weißt du nicht, was die Veränderung ausgelöst hat.
- H1 bis H3. Die Überschriftenstruktur und die Hauptaussage der Seite sollten erhalten bleiben.
- Haupttext. Text, Tabellen, Listen und interne Links vollständig und ohne Formatbruch übernehmen. Prüfe besonders Tabellen und eingebettete Inhalte.
- Alt-Texte und Dateinamen von Bildern. Alt-Texte fallen beim Import häufig weg. Gleiche sie per Export ab.
- Canonical-Tags. Jede Seite verweist auf sich selbst, es sei denn, es gibt bewusst eine andere kanonische Version. Google empfiehlt selbstreferenzierende Canonicals auf den neuen URLs.
- Open Graph und Social-Bilder. Sie bestimmen, wie Links in Social Media und Messengern erscheinen.
- Strukturierte Daten. Organisation, Artikel, Produkt, FAQ oder was bisher im Einsatz war. Das Markup muss zum sichtbaren Inhalt passen, so Google in der Einführung in strukturierte Daten. JSON-LD ist das empfohlene Format.
- hreflang bei mehrsprachigen Seiten. Jede Sprachversion verweist auf alle anderen und auf sich selbst, die Verweise müssen gegenseitig sein, und der x-default ist gesetzt. Details stehen in der Google-Dokumentation zu lokalisierten Versionen.
- Interne Links. Aktualisiere interne Links auf die neuen URLs, statt dich auf Weiterleitungen zu verlassen. Google rät, Links sofort anzupassen.
Beim Umzug ändert sich so wenig wie nötig. Wer zusätzlich ein Rebranding plant, trennt die Schritte oder dokumentiert die Änderungen genau, sonst sind Ursachen später nicht zuzuordnen.
Phase 3: Technik, Staging und Backlinks
Staging-System richtig absichern
Die neue Seite wird zunächst auf einer Testadresse gebaut. Diese Testadresse darf nicht im Index landen. Setze auf der Testumgebung noindex oder einen Zugangsschutz und entferne beides vor dem Start. Google nennt das ausdrücklich: Migrationsbedingte noindex-Tags und robots.txt-Sperren müssen verschwinden. Das ist einer der häufigsten Fehler überhaupt, deshalb steht der Punkt auch in der Go-live-Liste.
Weitere Technikpunkte
- robots.txt und Sitemap. Die neue Sitemap enthält nur indexierbare Seiten mit Statuscode 200. Die alte Sitemap kannst du eine Weile behalten, um den Wechsel in der Search Console zu verfolgen.
- HTTPS und Domainvarianten. Alle Varianten leiten auf die bevorzugte Adresse weiter.
- Seitentempo. Prüfe die Core Web Vitals der neuen Seite im Vergleich zur alten. Die Schwellenwerte laut web.dev: Ladezeit des größten Inhalts höchstens 2,5 Sekunden, Interaktion höchstens 200 Millisekunden, Layoutverschiebung höchstens 0,1, jeweils am 75. Perzentil.
- JavaScript-Abhängigkeit. Wichtige Inhalte und Links müssen im ausgelieferten HTML stehen. Google rendert JavaScript, empfiehlt aber weiterhin serverseitiges Rendering oder Pre-Rendering, siehe JavaScript-SEO-Grundlagen.
Backlinks prüfen
Backlinks sind Zeugnisse anderer Seiten, und sie hängen an alten URLs. Gehe so vor:
- Exportiere externe Links nach Zielseite, mit einem Backlink-Werkzeug und aus der Search Console.
- Sortiere nach Zahl und Qualität der verweisenden Domains.
- Prüfe, dass jede stark verlinkte Seite eine Weiterleitung auf eine thematisch passende neue Seite bekommt.
- Bitte bei wichtigen Verweisen wie Branchenverzeichnissen, Partnern und Presse um Anpassung auf die neue URL. Google empfiehlt, besonders relevante externe Links direkt zu aktualisieren.
- Prüfe nach dem Start, ob Backlinks zu 404-Seiten führen (kaputte Backlinks) und ergänze Weiterleitungen.
Domainwechsel
Wechselt auch die Domain, kommt der Adressänderungsdienst der Search Console dazu. Google verlangt ihn für alle verifizierten Varianten der alten Domain. Bei reinem Plattformwechsel mit gleicher Domain entfällt dieser Schritt.
Phase 4: Tracking und Consent
Nach dem Umzug soll Tracking ohne Datenlücke weiterlaufen. Dafür musst du nicht nur Tags übertragen, sondern auch die rechtliche Grundlage neu prüfen.
Was prüfen?
- Tag-Inventar der Altseite. Welche Skripte laufen: Analytics, Tag Manager, Werbe-Pixel, Heatmaps, Chat, Terminbuchung, Karten, Schriften? Liste alle auf.
- Container und IDs. Verwende nach Möglichkeit denselben Tag-Manager-Container und dieselben Mess-IDs, damit Zeitreihen nicht reißen.
- Events und Conversions. Formularabsendungen, Klicks auf Telefon und E-Mail, Downloads, Terminbuchungen. Jeder Event muss auf der neuen Seite ausgelöst werden. Prüfe die Event-Namen, denn schon kleine Abweichungen zerstören Vergleiche.
- UTM-Parameter und Weiterleitungen. Prüfe, dass Kampagnenparameter bei einer Weiterleitung erhalten bleiben. Sonst gehen Quellen verloren.
- Danke-Seiten oder Ereignisse. Ändern sich Zielseiten, müssen Zielvorhaben in Analytics und in den Werbekonten angepasst werden.
- Interne Suche und Filter. Falls vorhanden, müssen auch deren Parameter übertragen werden.
Consent und Rechtsgrundlage
Nach § 25 TDDDG braucht das Speichern von Informationen auf dem Endgerät und das Auslesen davon grundsätzlich eine Einwilligung auf Basis klarer und umfassender Informationen. Ausnahmen gelten, wenn der Zugriff unbedingt erforderlich ist, um einen vom Nutzer ausdrücklich gewünschten Dienst bereitzustellen. Das gilt auf jedem System gleich. Praktisch heißt das beim Umzug:
- Das Consent-Tool muss auf der neuen Seite laufen und Skripte erst nach Einwilligung laden.
- Texte, Kategorien und Dienste im Banner müssen zur neuen Tag-Landschaft passen.
- Neue Einbettungen (Karten, Videos, Schriften von Drittanbietern) fallen meist unter Einwilligung.
- Die Datenschutzerklärung wird mit der neuen Seite abgeglichen.
Die Tiefe zum Thema steht im Ratgeber Tracking und Consent nach TDDDG und im Blog unter Cookie-Banner nach DSGVO. Eine Begriffserklärung liefert das Glossar unter Tracking. Rechtsberatung ersetzt das nicht: Kläre Details mit deiner Datenschutzbeauftragten oder deinem Berater.
Wie testest du?
- Öffne die neue Seite in einem frischen Browserfenster ohne gespeicherte Einwilligung und prüfe im Netzwerk-Tab, dass vor der Einwilligung keine nicht erforderlichen Skripte laden.
- Stimme zu und prüfe, dass Analytics-Events ankommen, etwa mit der Echtzeit-Ansicht oder der Vorschau des Tag Managers.
- Lehne ab und prüfe, dass weiterhin nichts Unerlaubtes geladen wird.
Phase 5: Formulare und Integrationen
Formulare sind der Punkt, an dem Migrationen am teuersten werden, wenn sie schiefgehen: Anfragen kommen nicht an, und niemand merkt es.
Checkliste Formulare
- Inventar aller Formulare. Kontakt, Newsletter, Angebot, Bewerbung, Download, Terminanfrage.
- Felder und Pflichtangaben. Gleiche Felder, gleiche Validierung, gleiche Datenschutz-Checkbox mit Link auf die aktuelle Erklärung.
- Empfänger und Weiterleitung der Daten. Zieladressen, Benachrichtigungs-Mails, Anbindung an CRM, Newsletter-Tool oder Ticketsystem. Prüfe Webhooks, API-Schlüssel und Zapier- oder Make-Verbindungen.
- Spam-Schutz. Honeypot, Captcha oder andere Maßnahmen funktionieren auf der neuen Seite, ohne Nutzer auszusperren. Beachte auch hier Einwilligungspflichten bei externen Diensten.
- Bestätigung und Danke-Seite. Der Nutzer sieht eine Bestätigung, und das Conversion-Ereignis feuert.
- E-Mail-Zustellung. Absenderadresse, SPF, DKIM und DMARC bleiben korrekt. Sonst landen Benachrichtigungen im Spam.
- Speicherung von Einsendungen. Wo liegen die Daten, wie lange, wer hat Zugriff? Bei Webflow zählen laut Preisseite die Site-Pläne: Der kostenlose Starter-Plan erlaubt 50 Einsendungen pro Site, die bezahlten Basic- und Premium-Pläne führen unbegrenzte Einsendungen auf (Stand 31.10.2026).
- Altdaten. Frühere Einsendungen und Newsletter-Abonnenten exportieren, bevor das Alt-System abgeschaltet wird, und gleiche die Aufbewahrung mit dem Datenschutz ab.
Terminbuchung, Chat, Karten, Shop-Anbindung oder Login-Bereiche bekommen je eine Zeile in der Testliste mit Verantwortlichem und Ergebnis.
Phase 6: Tests vor dem Go-live
Teste auf der Staging-Version, was ein Besucher tun würde, nicht nur, ob Seiten aufgehen.
| Testbereich | Was geprüft wird | Hilfsmittel |
|---|---|---|
| Browser | Aktuelle Versionen von Chrome, Safari, Firefox, Edge | Eigene Geräte, Browser-Testdienste |
| Geräte | Smartphone, Tablet, Desktop, gängige Breiten | Echte Geräte, Entwicklerwerkzeuge |
| Inhalte | Fehlende Bilder, Umbrüche, Tabellen, Sonderzeichen | Stichproben nach Seitentyp |
| Links | Kaputte interne und externe Links | Crawler |
| Weiterleitungen | Statuscode, Ziel, keine Ketten | Crawler oder Skript mit der Redirect-Liste |
| Metadaten | Title, Description, Canonical, robots, hreflang | Crawler, Seitenquelltext |
| Schema | Gültigkeit und Passung zum Inhalt | Rich Results Test, Schema.org Validator |
| Tempo | Core Web Vitals und Gesamtladezeit | PageSpeed Insights, Search Console nach dem Start |
| Barrierefreiheit | Kontraste, Tastaturbedienung, Formularbeschriftung | Prüfwerkzeuge plus manuelle Tests |
| Formulare und Tracking | Siehe Phase 4 und 5 | Testeinsendungen, Tag-Vorschau |
| Sicherheit | HTTPS, Header, Zugänge, Standardpasswörter | Sicherheits-Check, Rollenprüfung |
Wer eine mehrsprachige Seite migriert, testet zusätzlich jede Sprache einzeln, die Sprachumschaltung, hreflang und die Frage, was passiert, wenn eine Seite in einer Sprache fehlt. Ob die Seite gesetzlich barrierefrei sein muss, hängt von deinem Angebot ab, etwa bei E-Commerce-Dienstleistungen laut § 1 BFSG. Ein Überblick steht im Blog unter BFSG und Website.
Dokumentiere Fehler mit Priorität (blockierend, wichtig, kosmetisch). Blockierende Fehler verschieben den Termin.
Phase 7: Go-live und Rollback
Zeitpunkt wählen
Google rät, den Umzug in eine Phase mit wenig Traffic zu legen. Große Seiten können abschnittsweise starten. Vermeide Kampagnenhöhepunkte, Messen und Saisonspitzen, und plane jemanden ein, der in den ersten Stunden erreichbar ist.
Rollback-Plan
Ein Rollback-Plan legt vorher fest, wann und wie du zurückgehst:
- Entscheidungskriterien. Zum Beispiel: Formulare funktionieren nicht, Weiterleitungen liefern Fehler auf wichtigen Seiten, Startseite nicht erreichbar, Tracking fehlt komplett. Lege fest, wer entscheidet und bis wann.
- Zeitfenster. Wie lange bleibt der Rückweg offen? Das Alt-System läuft mindestens so lange, bis die wichtigsten Tests im Livebetrieb bestanden sind.
- DNS-Vorbereitung. Senke die TTL-Werte der DNS-Einträge einige Tage vor dem Start, damit eine Rückumstellung schnell wirkt. Dokumentiere alle alten Einträge (A, CNAME, MX, TXT).
- Zugänge und Sicherung. Vollständiges Backup der Altseite inklusive Datenbank und Medien. Zugriff auf Hosting, Domain und Alt-System bleibt gesichert.
- Kommunikation. Wer wird bei einem Rollback informiert: Team, Geschäftsführung, Support, Kampagnenverantwortliche.
Bei kleineren Fehlern wie einzelnen Weiterleitungen ist Nachbessern schneller als ein Rollback. Der Plan hilft, ruhig zu entscheiden.
Ablauf am Starttag
- Content-Freeze: Auf der Altseite werden keine Inhalte mehr geändert.
- Letzter Abgleich: Neue Inhalte oder Einsendungen seit dem Test übertragen.
- noindex und Zugangsschutz auf der neuen Seite entfernen, robots.txt prüfen.
- Domain oder DNS auf das neue System umstellen, SSL-Zertifikat prüfen.
- Weiterleitungen aktivieren und Stichproben testen.
- Sitemap in der Search Console einreichen. Bei Domainwechsel Adressänderung auslösen.
- Formulare absenden, Events prüfen, Consent-Banner testen.
- Interne Links, Social-Profile, Werbekonten, E-Mail-Signaturen und Verzeichniseinträge auf neue URLs umstellen.
Phase 8: Kontrolle nach dem Start
Google schreibt, dass bei mittelgroßen Seiten einige Wochen oder mehr vergehen können, bis neue URLs erscheinen, bei größeren länger. Es gibt keinen festen Crawlplan. Du beobachtest deshalb gezielt.
Was Google dir zeigt
- Sitemaps-Bericht. Die Zahl indexierter Seiten der neuen Sitemap sollte steigen, die der alten gegen null fallen. Weiterleitungs-Hinweise bei der alten Sitemap sind normal.
- Seitenindexierung. Auf Fehlerspitzen, ausgeschlossene Seiten und Sperren achten.
- Crawling-Statistiken und Serverlogs. Zeigen, welche Statuscodes Googlebot sieht und ob unerwartete Fehler auftreten.
Zeitplan für die Kontrolle
Die folgenden Zeitpunkte sind eine Empfehlung aus der Praxis, keine Vorgabe von Google:
| Zeitpunkt | Aufgaben |
|---|---|
| Tag 1 | Statuscodes der Top-100-URLs, Formulare, Tracking-Echtzeit, Fehlerseiten, robots.txt, Sitemap |
| Woche 1 | Täglich Search Console auf Fehler, 404-Liste auswerten, fehlende Weiterleitungen ergänzen, Serverlogs prüfen |
| Woche 2 bis 4 | Indexierungsstand mit Ausgangszahl vergleichen, Rankings der Schlüsselbegriffe messen, Backlinks zu 404 prüfen, Conversions mit Vorjahr und Vormonat abgleichen |
| Woche 6 bis 8 | Rankings und Traffic nach Seitentyp bewerten, Ausreißer analysieren, Weiterleitungsziele nachschärfen |
| Woche 12 | Abschlussbericht gegen die Messwerte aus Phase 0, offene Punkte schließen, Optimierungen planen |
Wann ist ein Verlust normal, wann ein Alarm?
Schwankungen in den ersten Wochen sind laut Google zu erwarten. Alarmzeichen sind dagegen:
- Wichtige Seiten liefern 404 oder 5xx.
- Die neue Sitemap zeigt über Wochen kaum Zuwachs bei der Indexierung.
- Rankings fallen bei mehreren Top-Seiten und erholen sich nicht.
- Conversions brechen ein, obwohl der Traffic stabil bleibt (Hinweis auf Formular- oder Trackingproblem).
- Seiten sind noindex oder per robots.txt gesperrt.
Dann gehst du in dieser Reihenfolge vor: Technik prüfen (Statuscodes, noindex, Canonical), Weiterleitungen prüfen, Inhalte der betroffenen Seiten mit der Altversion vergleichen, danach Wettbewerb und andere Ursachen wie ein paralleles Google-Update untersuchen.
Mehr zu den technischen Grundlagen steht im Blog unter Technisches SEO, zur Verlinkung unter Interne Verlinkung.
Typische Fehler
| Fehler | Folge | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Alle alten URLs auf die Startseite geleitet | Relevanz geht verloren, Soft-404-Verhalten | Eins-zu-eins-Mapping nach Inhalt |
| Weiterleitungsketten | Langsamer, Signale gehen verloren | Direkt auf die finale URL, höchstens 3 Hops |
| noindex oder Passwortschutz der Testumgebung bleibt aktiv | Seite verschwindet aus dem Index | Eigener Punkt in der Go-live-Liste |
| Metadaten nicht übernommen | Snippets verändern sich, Klickrate fällt | Metadaten-Export und Abgleich per Crawl |
| Tracking und Formulare ohne Test | Datenlücke, verlorene Anfragen | Echtzeit-Test und Testeinsendungen vor Go-live |
| Redesign, neue Texte und Plattformwechsel gleichzeitig | Ursachen nicht trennbar | Änderungen staffeln oder genau dokumentieren |
| Kein Rollback-Plan | Hektik bei Problemen | Plan vorab schriftlich festlegen |
Wann du das ohne Agentur schaffst
Kleine Seiten mit wenigen Unterseiten, ohne Mehrsprachigkeit und ohne komplexe Integrationen lassen sich mit der Checkliste selbst umziehen. Voraussetzung: Du hast Zugriff auf Alt- und Neu-System, kannst Weiterleitungen eintragen und hast Zeit für die Kontrolle danach. Bei vielen URLs, mehreren Sprachen, Shop-Funktionen, CRM-Anbindungen oder wichtigem organischem Traffic lohnt sich ein zweites Augenpaar beim Mapping und bei den Tests.
Migrationen zwischen einzelnen Systemen
Die Checkliste gilt für jeden Wechsel. Besonderheiten je Quelle und Ziel stehen auf den Seiten zu den einzelnen Migrationen:
- WordPress zu Webflow
- TYPO3 zu Webflow
- Wix zu Webflow
- Jimdo zu Webflow
- Squarespace zu Webflow
- Webflow zu WordPress
- Framer zu Webflow
Wie wir das umsetzen
Typischerweise läuft eine Migration so ab, wie es diese Checkliste beschreibt: Ausgangslage messen, Redirects planen, Inhalte und Metadaten abgleichen, Tracking und Formulare testen, live gehen und danach kontrollieren. Webwavers setzt Migrationen mit Redirects und SEO-Erhalt um. Wir sind einer von sieben Webflow Premium Partnern in Deutschland und setzen auch WordPress, TYPO3 und Headless um. Welche Zielplattform zu deinem Projekt passt, klären wir vorher in der Plattformberatung. Für SEO-Begleitung nach dem Umzug gibt es die Leistungsseite SEO.
Kurzfassung zum Abhaken
Vorbereitung
- ☐ Search Console für alle Varianten eingerichtet
- ☐ Leistungsdaten, Rankings, Analytics und Indexierungsstand gesichert
- ☐ Technisches Audit der Altseite erledigt
- ☐ Backlinks exportiert, Top-Ziele markiert
Mapping und Inhalte
- ☐ URL-Inventar vollständig (Sitemap, Crawl, Logfiles, Search Console)
- ☐ Jede alte URL hat Ziel, 301 oder 410
- ☐ Keine Ketten, keine Schleifen, kein Sammelziel Startseite
- ☐ Title, Description, H1, Canonical, Open Graph übernommen
- ☐ Alt-Texte, Schema und hreflang geprüft
- ☐ Interne Links auf neue URLs angepasst
Technik, Tracking, Formulare
- ☐ Staging mit noindex oder Zugangsschutz, vor dem Start entfernt
- ☐ Sitemap, robots.txt, HTTPS, Domainvarianten geprüft
- ☐ Core Web Vitals der neuen Seite getestet
- ☐ Tag-Inventar übertragen, Events und Conversions getestet
- ☐ Consent-Banner nach TDDDG konfiguriert und getestet
- ☐ Alle Formulare mit Testeinsendung inklusive CRM und Benachrichtigung geprüft
Go-live
- ☐ Zeitpunkt mit wenig Traffic, Verantwortliche erreichbar
- ☐ Rollback-Kriterien, Zeitfenster, DNS-Werte und Backup dokumentiert
- ☐ Sitemap eingereicht, bei Domainwechsel Adressänderung ausgelöst
- ☐ Externe Links und Profile aktualisiert
Kontrolle
- ☐ Tag 1, Woche 1, Woche 2 bis 4, Woche 6 bis 8, Woche 12 abgearbeitet
- ☐ Weiterleitungen mindestens ein Jahr aktiv

Häufige Fragen
Welche Agenturen können einen Relaunch ohne Rankingverlust umsetzen?
Garantieren kann das niemand, denn Google nennt selbst vorübergehende Schwankungen als normal. Achte darauf, dass eine Agentur Redirect-Mapping, Metadaten-Abgleich, Tracking-Tests, Rollback-Plan und Ranking-Kontrolle als festen Projektbestandteil nennt und dir die Ergebnisse zeigt, etwa die Mapping-Tabelle und den Messplan.
Wie lange muss ich Weiterleitungen behalten?
Mindestens ein Jahr, so die Empfehlung von Google. Besser ist es, sie dauerhaft zu behalten, solange alte URLs noch Backlinks oder Lesezeichen haben. Entfernen solltest du sie erst, wenn die Logs und die Search Console keine relevanten Zugriffe mehr zeigen.
Werden Metadaten und Alt-Texte beim Umzug automatisch übernommen?
Nicht zuverlässig. Je nach Import-Weg gehen Felder verloren oder landen an der falschen Stelle. Exportiere Titel, Descriptions, Überschriften und Alt-Texte vorab und gleiche sie nach dem Import per Crawl mit der Altseite ab.
Wie sorge ich dafür, dass Tracking und Formulare nach dem Go-live ohne Lücke laufen?
Teste beides auf der Staging-Version: Events im Tag Manager prüfen, Testeinsendungen an alle Empfänger und Systeme senden, Consent-Verhalten mit und ohne Einwilligung kontrollieren. Nutze möglichst dieselben Container und Mess-IDs, damit Zeitreihen nicht reißen.
Brauche ich bei der Migration eine neue Einwilligung für Cookies?
Du brauchst auf der neuen Seite ein funktionierendes Consent-Tool. Eine bestehende Einwilligung lässt sich nicht automatisch übertragen, wenn sich Tools, Dienste oder Domain ändern. Grundlage ist § 25 TDDDG. Kläre Details mit deiner Datenschutzberatung.
Wie lange dauert es, bis Rankings nach einer Migration stabil sind?
Google nennt bei mittelgroßen Seiten einige Wochen oder mehr, bei größeren Seiten länger, und gibt keine feste Zahl an. Plane die Kontrolle deshalb mindestens über 12 Wochen und vergleiche mit den Werten aus der Ausgangslage.
Fazit
Eine Migration gelingt, wenn du sie als Projekt mit Messwerten, Mapping, Tests und Nachkontrolle führst. Die meisten Verluste entstehen durch fehlende Weiterleitungen, vergessene Metadaten, ein offenes noindex und ungeprüftes Tracking. Plane den Rückweg ein, teste vor dem Start und kontrolliere danach mindestens zwölf Wochen.
Unterstützung bei der Migration: Wenn du Weiterleitungen, Tests und Kontrolle nicht allein stemmen willst, helfen wir dabei. Einen ersten Überblick bietet die Seite zur Plattformberatung.
Veröffentlicht am 31.10.2026 von Edip Kilinc, Gründer von Webwavers. Zuletzt aktualisiert am 31.10.2026. Angaben zu Webflow-Plänen: Stand 31.10.2026.
Quellen








