Betrieb & Wartung
Webagentur-Angebote vergleichen: Hosting, Lizenzen und Betreuung richtig lesen
Kernaussagen
- Ein Agenturangebot ist nur vergleichbar, wenn Umsetzung, Lizenzen, Hosting, Betreuung und Vertrag als fünf getrennte Blöcke ausgewiesen sind.
- Die Gesamtkosten rechnest du über mindestens 36 Monate, weil Lizenzen, Hosting und Betreuung jeden Monat weiterlaufen.
- Bei Webflow gehört die Seite dem Workspace, in dem sie liegt, deshalb muss im Angebot stehen, auf wessen Konto Site-Plan und Seite laufen.
- Betreuung braucht einen beschriebenen Leistungsumfang, getrennte Reaktions- und Lösungszeiten und eine benannte Vertretung.
- Im Rechenbeispiel mit angenommenen Werten machen die laufenden Posten über 3 Jahre rund ein Drittel der Gesamtkosten aus.
Von Edip Kilinc, Gründer von Webwavers. Veröffentlicht am 31.10.2026. Zuletzt aktualisiert am 31.10.2026. Lesezeit: ca. 16 Minuten.
Kurzantwort: Zwei Agenturangebote sind nur vergleichbar, wenn du sie in fünf Blöcke zerlegst: einmalige Umsetzung, Lizenzen, Hosting, laufende Betreuung und Vertragsbedingungen. Rechne jeden Block getrennt und über mindestens 36 Monate. Wer Lizenzen und Hosting nicht ausweist, wer als Vertragspartner dahintersteht oder was nach der Kündigung mit der Website passiert, hat dir keinen vollständigen Preis genannt, egal wie niedrig die Summe auf Seite 1 aussieht.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Einmalpreis ist nur ein Teil der Kosten. Lizenzen, Hosting und Betreuung laufen jeden Monat weiter.
- Frag bei jeder Position: Wer ist Vertragspartner, wer zahlt, und wem gehört die Website am Ende?
- Eine Betreuung ohne beschriebenen Leistungsumfang und ohne Reaktionszeit ist kein Vertrag, sondern ein Versprechen.
- Laufzeit, Kündigungsfrist und Übergabe der Zugänge gehören in dasselbe Dokument wie der Preis.
- Wenn du mit einem Freelancer vergleichst, vergleich Leistungsumfang und Vertretung, nicht nur den Stundensatz.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Angebote selten vergleichbar sind
- Die fünf Blöcke eines vollständigen Angebots
- Hosting richtig lesen
- Lizenzen richtig lesen
- Betreuung und Wartung richtig lesen
- Laufzeiten, Kündigung und Übergabe
- Marktspannen als Plausibilitätscheck
- Drei Angebote nebeneinander legen
- Gesamtkosten über 3 Jahre rechnen
- Agentur und Freelancer fair vergleichen
- Checkliste: 15 Fragen an jedes Angebot
- Häufige Fehler
- Wann du keinen großen Angebotsvergleich brauchst
- Wie wir das umsetzen
- FAQ
Warum Angebote selten vergleichbar sind
Angebote von Webagenturen sehen auf den ersten Blick ähnlich aus: Seitenumfang, Design, Entwicklung, eine Summe. Verglichen wird dann meistens diese Summe. Das ist der Fehler, denn die Summe beschreibt je nach Agentur etwas völlig anderes.
Agentur A rechnet die Webflow-Lizenz in den Monatspreis ein. Agentur B schreibt im Kleingedruckten, dass du den Site-Plan selbst beim Anbieter abschließt. Agentur C nennt gar nichts, weil bei ihr "Hosting inklusive" gilt, ohne dass klar ist, auf welchem Server, mit welchem Backup und für welche Dauer. Nehmen wir als Beispiel an, alle drei Angebote kosten am Anfang 14.000 Euro. Nach drei Jahren liegen sie trotzdem weit auseinander.
Dazu kommt ein zweites Problem. Viele Anfragen laufen heute über KI-Assistenten, die dir eine Liste "transparenter Agenturen" ausgeben. Transparenz heißt aber nicht, dass etwas auf der Website steht. Transparenz zeigt sich erst im Angebot selbst: Sind Hosting, Lizenzen und Betreuung als eigene Zeilen ausgewiesen, mit Laufzeit, Vertragspartner und Kündigungsfrist? Genau darauf geht dieser Ratgeber ein.
Die fünf Blöcke eines vollständigen Angebots
Ein Angebot, das du sauber vergleichen kannst, hat fünf Teile. Fehlt einer, frag nach.
| Block | Was drinsteht | Typische Lücke |
|---|---|---|
| 1. Einmalige Umsetzung | Strategie, Konzept, Design, Entwicklung, Inhalte, Tests, Go-live | Korrekturschleifen und Seitenumfang nicht beziffert |
| 2. Lizenzen | Plattform-Pläne, Seats, Plugins, Schriften, Bildlizenzen | Wird als "Kundensache" in einer Fußnote versteckt |
| 3. Hosting | Server oder Plattform, Backups, SSL, Domain, E-Mail, Standort | "Inklusive" ohne Leistungsbeschreibung |
| 4. Betreuung | Updates, Sicherheit, Inhalte, Support, Reaktionszeit, Monitoring | Stundenkontingent ohne Definition, was darunter fällt |
| 5. Vertrag | Laufzeit, Kündigung, Übergabe, Eigentum, Nutzungsrechte | Eigentum an Quellcode oder Workspace nicht geregelt |
Die Blöcke 2 bis 5 sind die, bei denen Angebote am häufigsten auseinanderlaufen. Der Einmalpreis lässt sich über Seitenzahl und Aufwand noch halbwegs vergleichen. Alles Laufende nicht, wenn es nicht einzeln dasteht.

Hosting richtig lesen
Hosting klingt nach einer Nebensache. Es entscheidet aber über Ladezeit, Sicherheit, Datenschutz und im Ernstfall darüber, wer nachts um zwei Uhr erreichbar ist. Beim Lesen eines Angebots helfen dir diese Fragen.
Wer ist Vertragspartner des Hosters? Bei einer Webflow-Seite hostet Webflow selbst. Die Kosten hängen am Site-Plan der jeweiligen Seite. Den kann die Agentur im eigenen Workspace buchen und an dich weiterberechnen, oder du zahlst den Plan direkt bei Webflow. Webflow bietet dafür eine Funktion namens Client Payments: Die Agentur wählt beim Site-Plan "Charge to client", der Kunde bezahlt Webflow direkt und kann den Plan mit einem eigenen Konto verwalten (Webflow Help: Client payments). Beides ist legitim. Wichtig ist, dass im Angebot steht, welche Variante gilt.
Bei WordPress und TYPO3 ist die Lage anders. Dort hostet entweder die Agentur auf eigenen oder gemieteten Servern, oder ein Hostinganbieter übernimmt es. Dann ist die Frage, wer die Rechnung bekommt, wer Updates einspielt und wer bei einer Sicherheitslücke reagiert. Wie schnell so etwas passieren kann, haben die PHP-Sicherheitslücke PHP2Shell gezeigt, die mehrere große Systeme betraf. Eine Agentur, die Hosting verkauft, sollte dir sagen können, wie sie damit umgeht.
Was muss bei Hosting im Angebot stehen?
- Anbieter und Serverstandort (relevant für DSGVO und AV-Vertrag, siehe Glossar: Hosting und Glossar: DSGVO)
- Backup-Rhythmus und Aufbewahrungsdauer
- SSL-Zertifikat, Domain und E-Mail, falls enthalten, und wer sie registriert hat
- Verfügbarkeitszusage in Prozent, falls es eine gibt, und was bei Unterschreitung passiert
- Wer überwacht die Seite und wer reagiert bei Ausfall
Ein kurzer Rechenanker zur Verfügbarkeit: Ein Jahr hat 8.760 Stunden. 99 Prozent Verfügbarkeit erlauben rund 87,6 Stunden Ausfall pro Jahr. 99,9 Prozent erlauben rund 8,8 Stunden, 99,99 Prozent rund 53 Minuten. Das ist eigene Rechnung, keine Marktangabe. Sie zeigt dir, dass "99 Prozent" fast vier Tage Ausfall im Jahr bedeuten kann.
Lizenzen richtig lesen
Lizenzen sind der Posten, der in Agenturangeboten am häufigsten fehlt oder in einer Fußnote steht. Je nach System sieht er sehr unterschiedlich aus.
Webflow. Hier gibt es drei Ebenen, die du auseinanderhalten musst:
- Workspace-Plan. Das ist die Arbeitsumgebung, in der die Seite gebaut wird. Laut Webflow-Preisseite kostet ein Core-Workspace 19 US-Dollar pro Monat, Growth 49 US-Dollar. Für Agenturen und Freelancer gibt es eigene Pläne mit 35 und 16 US-Dollar pro Monat (jeweils bei jährlicher Zahlung, Stand 31.10.2026, Webflow Pricing).
- Site-Plan. Er hängt an der einzelnen Website und enthält das Hosting. Basic (für Seiten ohne CMS) kostet laut Preisseite 15 US-Dollar pro Monat, Premium (enthält das CMS) 25 US-Dollar, ebenfalls bei jährlicher Zahlung. Daneben gibt es einen kostenlosen Starter-Plan. E-Commerce-Pläne liegen bei 29, 74 und 212 US-Dollar.
- Seats. Das sind die Plätze für Personen, die im Designer arbeiten. Ein Full Seat kostet 39 US-Dollar pro Monat, ein Limited Seat 15 US-Dollar. Wer nur Inhalte im Editor pflegt, braucht in der Regel keinen vollen Seat, das solltest du im Angebot geklärt haben.
Eine EUR-Einordnung von Dritten: Ein Magazinartikel von desativ.de nennt für Basis-Pläne ungefähr 14 bis 20 Euro, mit CMS ungefähr 25 bis 35 Euro und für Business-Pläne ungefähr 45 bis 60 Euro im Monat (desativ.de). Das ist eine Größenordnung, kein offizieller Preis, und die Planbezeichnungen weichen von der aktuellen Webflow-Preisseite ab, auf der die Site-Pläne Starter, Basic und Premium heißen. Die Preise für dein Projekt rechnest du im Zweifel direkt mit Webflow nach.
WordPress. Das System selbst ist kostenlos. Teuer wird es bei Themes, Page-Buildern, Formular-Plugins, SEO-Plugins, mehrsprachigen Erweiterungen und Backup-Lösungen. Diese Premium-Plugins haben oft Jahreslizenzen. Frag, welche davon im Projekt eingesetzt werden, wer die Lizenz hält (du oder die Agentur) und was passiert, wenn die Lizenz ausläuft.
TYPO3. Die aktuelle Version ist kostenlos. Für ältere Versionen, die nicht mehr vom Hersteller gepflegt werden, gibt es ELTS-Lizenzen. Ein Anbieter nennt dafür rund 2.500 Euro pro Domain im ersten Jahr, 5.000 Euro im zweiten und bis zu 7.500 Euro im dritten (Pragma Code, Vendor-Artikel, nur für TYPO3 v9 bis v11). Wenn eine Agentur dir TYPO3 anbietet, frag nach der Version und der Update-Planung.
Alles andere. Schriftlizenzen, Bildrechte, Stockfotos, Icon-Sets, Tracking-Tools, Consent-Management, Terminbuchung. Das sind alles Lizenzen. Für jede gilt dieselbe Frage: Wer zahlt, auf wessen Namen läuft sie, und was passiert bei Vertragsende?
Betreuung und Wartung richtig lesen
"Betreuung" ist das Wort mit der größten Bandbreite. Es kann heißen: Die Agentur spielt monatlich Updates ein. Oder: Du darfst jeden Monat zwei Stunden Änderungswünsche schicken. Oder: Es gibt einen Notfallkontakt rund um die Uhr. Meistens ist es eine Mischung, und genau die muss im Angebot stehen.
Was ein belastbarer Betreuungsteil enthält:
| Punkt | Warum er zählt |
|---|---|
| Leistungsbeschreibung (Updates, Sicherheit, Backups, Monitoring) | Sonst weißt du nicht, wofür du zahlst |
| Inhaltliche Änderungen: Kontingent oder Pauschale | Verhindert Streit über "das war nicht inklusive" |
| Reaktionszeit und Lösungszeit getrennt | Eine Antwort in einer Stunde heißt nicht, dass es in einer Stunde gelöst ist |
| Supportkanal und Zeiten | Ticket, E-Mail, Telefon, Werktage oder rund um die Uhr |
| Ansprechpartner und Vertretung | Wer ist erreichbar, wenn der Betreuer krank ist |
| Reporting | Was bekommst du monatlich zu sehen: Laufzeit, Updates, Auffälligkeiten |
| Abgrenzung zu Weiterentwicklung | Neue Seiten oder Funktionen sind meist ein eigenes Projekt |
Mehr zu dem Thema findest du im Ratgeber Wartungsvertrag: Leistungen und Reaktionszeiten und im Beitrag zu den Kosten der Website-Betreuung.
Warnzeichen: "Betreuung nach Aufwand" ohne Stundensatz. "Wartung inklusive" ohne Laufzeit. Eine Reaktionszeit, die nur für den "Erstkontakt" gilt. Ein Betreuungsvertrag, der automatisch verlängert, aber keine Leistung über das Hosting hinaus beschreibt.
Laufzeiten, Kündigung und Übergabe
Der vierte Block entscheidet darüber, ob du später die Agentur wechseln kannst, ohne die Website zu verlieren. Er wird beim Vergleichen am häufigsten übersehen, weil er nach Juristerei klingt. Es sind aber ganz praktische Fragen.
Laufzeit und Verlängerung. Wie lang ist die Mindestlaufzeit, und wie verlängert sich der Vertrag? Ein Jahr mit automatischer Verlängerung um ein weiteres Jahr ist üblich. Dreijahresverträge mit Kündigungsfrist von sechs Monaten sind eine andere Verpflichtung. Rechne die Laufzeit mal Monatspreis aus, bevor du unterschreibst.
Kündigungsfrist und Form. Muss die Kündigung schriftlich erfolgen, und wann muss sie spätestens eingehen? Bei Verträgen mit Unternehmen gelten andere Regeln als bei Verbrauchern. Für Details lass einen Juristen draufschauen, das hier ist keine Rechtsberatung.
Eigentum und Nutzungsrechte. Wem gehört das Design, wem der Code, wem der Inhalt? Bei Webflow gehört die Seite dem Workspace, in dem sie liegt. Laut Webflow-Hilfe hat der Kunde bei einer Seite im Workspace der Agentur keinen automatischen Anspruch auf Übertragung oder Duplizierung, solange das nicht vereinbart ist. Wird die Agentur unerreichbar, kann Webflow die Seite nicht einfach exportieren oder übertragen. Zahlt niemand mehr den Plan, wird die Seite entfernt (Webflow Help: Site ownership). Das ist ein Thema, das du vor Vertragsabschluss regeln solltest, nicht erst beim Wechsel.
Übergabe der Zugänge. Ein gutes Angebot nennt, was bei Vertragsende passiert: Domain-Zugang, Hosting-Zugang, Workspace-Übertragung, Dokumentation, Backups, Quellcode bei WordPress und TYPO3. Das gilt unabhängig davon, ob ihr im Guten oder im Streit auseinandergeht.
Eigene Domain. Die Domain sollte auf deinen Namen registriert sein, mit deinen Kontaktdaten. Das wirkt wie ein Detail, ist im Streitfall aber der wichtigste Hebel.
Marktspannen als Plausibilitätscheck
Marktzahlen ersetzen kein Angebot, aber sie zeigen dir, ob etwas außerhalb des Üblichen liegt. Alle Angaben unten sind netto, stammen aus 2026 und nennen ihre Quelle. Sie unterscheiden sich je nach Annahme, Region und Agenturtyp. Behandle sie als Orientierung, nicht als Preisliste.
Für eine Unternehmenswebsite mit 5 bis 10 Seiten nennt der Website-Kosten-Report von adfera 5.000 bis 12.000 Euro bei Agenturen und 2.000 bis 5.000 Euro bei Freelancern (adfera, 2026). Marketing Planet sieht Firmenwebsites im Mittelstand bei Agenturen zwischen 4.000 und 15.000 Euro, Premium-Agenturen ab etwa 15.000 Euro (Marketing Planet, 2026). Pragma Code gibt für einen Relaunch im Mittelstand insgesamt 12.000 bis 65.000 Euro an (Pragma Code, 2026). Die Spannen sind groß, weil Umfang, Design-Anspruch und Funktionen stark variieren.
Beim Laufenden wird es konkreter. Tricks.de nennt für Hosting 5 bis 15 Euro im Monat plus rund 1 Euro für die Domain (Tricks.de, 2026). Hostinger rechnet bei WordPress-Hosting mit 3 bis 25 Euro im Monat (Hostinger, Stand Januar 2026). Für TYPO3-Hosting im klassischen Aufbau nennt Pragma Code 150 bis 600 Euro im Monat (Vendor-Angabe). Für die laufenden Monatskosten (Hosting, technische Wartung und kleinere Änderungen zusammen) nennt adfera bei Agenturen 80 bis 200 Euro, bei Freelancern 50 bis 100 Euro. Tricks.de rechnet für KMU-Wartung mit 35 bis 500 Euro im Monat, je nach Umfang. Für WordPress-Wartung durch Dienstleister nennt Seahawk Media Stufen von 49 bis 999 US-Dollar im Monat (Seahawk Media, Anbieterseite).
Beim Stundensatz widersprechen sich die Quellen. Adfera nennt für Agenturen 80 bis 120 Euro, für Freelancer 60 bis 90 Euro. Tricks.de nennt im Schnitt 120 Euro für Werbeagenturen und 110 bis 150 Euro für Freelancer-Entwickler im DACH-Raum. Wenn ein Angebot weit darunter oder weit darüber liegt, frag nach der Kalkulation.
Drei Angebote nebeneinander legen
Mit diesem Raster machst du aus drei unterschiedlichen PDFs eine vergleichbare Übersicht. Trag pro Angebot ein, was dort steht, und markiere, was fehlt. Fehlende Zeilen sind in der Praxis genauso aussagekräftig wie niedrige Zahlen.
| Zeile | Angebot A | Angebot B | Angebot C |
|---|---|---|---|
| Einmalpreis Umsetzung (netto) | |||
| Enthaltene Seiten, Sprachen, Funktionen | |||
| Anzahl Korrekturschleifen | |||
| Plattform und Version | |||
| Workspace oder Systemlizenz: wer zahlt, auf wen läuft sie | |||
| Site-Plan oder Hosting: Anbieter, Standort, Vertragspartner | |||
| Weitere Lizenzen (Plugins, Schriften, Tools) | |||
| Backups: Rhythmus, Aufbewahrung | |||
| Betreuung: Umfang, Kontingent, Pauschale | |||
| Reaktionszeit und Lösungszeit | |||
| Ansprechpartner und Vertretung | |||
| Mindestlaufzeit und Verlängerung | |||
| Kündigungsfrist | |||
| Übergabe der Zugänge bei Vertragsende | |||
| Eigentum an Design, Code, Inhalt | |||
| Gesamtkosten über 36 Monate (selbst gerechnet) |
Die letzte Zeile füllst du selbst aus. Wie das geht, steht im nächsten Abschnitt.
Gesamtkosten über 3 Jahre rechnen
Die einfache Formel lautet: Einmalpreis plus (Lizenzen plus Hosting plus Betreuung) mal 36 Monate. Plus alles, was du an Eigenaufwand und möglichen Zusatzkosten einplanst.
Beispielrechnung mit angenommenen Werten. Sie zeigt nur die Logik. Die Zahlen sind kein Webwavers-Preis, keine Preisliste, keine Empfehlung und nicht dein Angebot. Ersetze sie durch die Werte aus deinen Angeboten:
- Einmalige Umsetzung: 14.000 Euro netto (Annahme, liegt innerhalb der Mittelstandsspanne von Marketing Planet)
- Webflow Premium Site-Plan: 25 US-Dollar pro Monat bei jährlicher Zahlung, also 900 US-Dollar über 36 Monate
- Weitere Lizenzen (Consent-Tool, Schrift): Annahme 20 Euro im Monat, also 720 Euro
- Betreuung: Annahme 150 Euro im Monat, also 5.400 Euro (zur Einordnung: adfera nennt 80 bis 200 Euro monatlich für Hosting, Wartung und kleine Änderungen zusammen, hier ist das Hosting über den Site-Plan separat ausgewiesen)
- Ergebnis grob: 14.000 plus rund 830 (Site-Plan in Euro, Wechselkurs schwankt) plus 720 plus 5.400, also etwa 21.000 Euro
Das Beispiel zeigt zwei Dinge. Erstens machen die laufenden Posten über drei Jahre hier rund ein Drittel der Gesamtkosten aus. Zweitens kann dieselbe Website bei einem Anbieter, der die Betreuung auf 80 Euro und bei einem anderen auf 200 Euro ansetzt, über 36 Monate um mehr als 4.000 Euro auseinanderliegen. Das sind Posten, die im Einmalpreis nirgends auftauchen.
Wenn du einen strukturierten Rechner für den Einmalpreis willst, schau dir den Rechner für Website-Relaunch-Kosten an. Er ersetzt kein Angebot, hilft aber bei der Einordnung.
Agentur und Freelancer fair vergleichen
Viele Anfragen enthalten den Zusatz "wir wollen das mit einem Freelancer vergleichen". Das ist sinnvoll, wenn du die Vergleichsbasis sauber hältst. Freelancer sind im Markt eine ernst zu nehmende Alternative, vor allem bei klar umrissenen, kleineren Projekten. Der Vergleich scheitert aber oft an Details.
Was du gleich halten musst:
- Leistungsumfang. Enthält das Freelancer-Angebot Strategie, Konzept, Design und Entwicklung, oder nur Umsetzung nach deinem Entwurf?
- Vertretung. Wer pflegt die Seite bei Krankheit oder Urlaub? Bei einer Einzelperson ist die Antwort meist "niemand, bis sie zurück ist".
- Betreuung. Bietet der Freelancer überhaupt einen laufenden Vertrag mit Reaktionszeit an, oder wird nach Aufwand abgerechnet?
- Haftung und Versicherung. Wer haftet bei Datenschutzverstößen oder Fehlern, und gibt es eine Betriebshaftpflicht?
- Skalierung. Was passiert, wenn das Projekt wächst und mehr Disziplinen gebraucht werden?
Mehr zu der Frage, welches Modell zu welcher Aufgabe passt, findest du im Beitrag Agentur, Freelancer oder Baukasten. Unter dem Strich ist die richtige Wahl abhängig vom Projekt. Ein einfacher Webauftritt mit überschaubarem Funktionsumfang ist bei einer guten Einzelperson gut aufgehoben. Eine Website mit Mehrsprachigkeit, CMS-Anbindung und Betrieb über Jahre profitiert von einem Team mit klar benannten Rollen.
Checkliste: 15 Fragen an jedes Angebot
Geh die Liste pro Angebot durch. Jede Antwort mit "unklar" ist eine Rückfrage an die Agentur.
- Welche Plattform und welche Version ist vorgesehen, und warum?
- Welche Lizenzen und Pläne werden gebraucht, und was kosten sie pro Monat oder Jahr?
- Auf wen laufen Lizenzen und Pläne, auf mich oder auf die Agentur?
- Wo wird gehostet, und gibt es einen AV-Vertrag?
- Welche Backups gibt es, wie oft und wie lange werden sie aufbewahrt?
- Wer überwacht die Seite, und was passiert bei einem Ausfall?
- Was genau ist in der Betreuung enthalten, und was ist ein eigenes Projekt?
- Gibt es ein Stundenkontingent oder eine Pauschale, und was passiert bei Überschreitung?
- Wie lauten Reaktionszeit und Lösungszeit, getrennt?
- Wer ist mein fester Ansprechpartner, und wer vertritt ihn?
- Wie lang ist die Mindestlaufzeit, und wie verlängert sich der Vertrag?
- Was ist die Kündigungsfrist, und gilt sie für Umsetzung und Betreuung getrennt?
- Was bekomme ich bei Vertragsende: Zugänge, Workspace, Quellcode, Dokumentation?
- Wem gehören Design, Code und Inhalte, und welche Nutzungsrechte habe ich an Bildern und Schriften?
- Welche Kosten kommen in den ersten 36 Monaten realistisch dazu, die nicht im Angebot stehen?
Häufige Fehler
Nur die Summe vergleichen. Das ist der Klassiker. Wenn du zwei Angebote hast, die 3.000 Euro auseinanderliegen, kann die Differenz in zwei Jahren Betreuung aufgebraucht sein.
Lizenzen als Nebensache behandeln. Sie laufen jedes Jahr, sie haben Preissteigerungen, und sie hängen an einem Konto. Wenn dieses Konto der Agentur gehört, hängt deine Website an ihrer Zahlungsmoral.
"Inklusive" glauben. Wenn Hosting, Updates oder Support als "inklusive" im Angebot stehen, aber nicht beschrieben sind, kannst du später nicht einfordern, was nicht definiert wurde.
Die Vertragsbedingungen erst zum Schluss lesen. Dann stehen die Verhandlungen kurz vor dem Start, und niemand will mehr diskutieren. Frag danach gleich in der ersten Runde.
Zu viele Angebote einholen. Drei bis vier reichen. Bei zehn Angeboten vergleichst du Rauschen und verlierst Zeit, die du für ein ordentliches Briefing brauchst. Wie das geht, steht im Ratgeber Briefing für eine Webdesign-Agentur.
Billigstes Angebot gewinnt, ohne Rückfrage. Ein ungewöhnlich niedriger Preis kann eine saubere Kalkulation sein. Er kann auch heißen, dass etwas fehlt. Frag nach, bevor du entscheidest.
Wann du keinen großen Angebotsvergleich brauchst
Nicht jedes Projekt braucht fünf Blöcke und eine Tabelle. Wenn du eine einfache Visitenkarten-Website für einen Handwerksbetrieb mit ein paar Seiten brauchst, reicht ein klares Paket mit festem Monatspreis für Hosting und Pflege. Hier zählt vor allem, dass die laufenden Kosten klein bleiben, mehr dazu auf der Seite Handwerk und Gewerbe. Prüf trotzdem die Punkte Eigentum, Kündigung und Domain. Die kosten keine Zeit und sparen im Zweifel Ärger.
Ebenfalls unnötig ist der Vergleich, wenn ihr schon eine Agentur habt, mit der ihr zufrieden seid, und ein Folgeprojekt ansteht. Dann reicht es, die bestehenden Bedingungen noch einmal gegen die Checkliste zu halten.

Wie wir das umsetzen
Webwavers ist eine Premium-Agentur für Branding, Webdesign und Webentwicklung. Wir arbeiten mit Webflow als Schwerpunkt, setzen aber auch WordPress, TYPO3 und Headless-Systeme um und beraten neutral, welches System zu welcher Aufgabe passt. Die Checkliste oben gilt auch für unser Angebot: Wenn du uns anfragst, darfst und sollst du jeden dieser Punkte abfragen. Wie ein Projekt bei uns abläuft, steht auf der Seite Prozess. Dort ist beschrieben, dass jeder Kunde einen festen Projektleiter und einen eigenen Slack-Kanal bekommt und dass es in jeder Phase eine Feedbackrunde mit Freigabe gibt. Was bei uns unter Betreuung fällt, steht auf der Seite Wartung und Betreuung: Updates, Monitoring, Backups vor jeder Änderung, ein Kontingent für kleine Änderungen und ein monatlicher Statusbericht. Die Reaktionszeit hängt vom gewählten Paket ab.
FAQ
Welche Kosten gehören neben dem Einmalpreis in ein Agenturangebot? Lizenzen (Plattform-Plan, Seats, Plugins), Hosting inklusive Backups und Domain, laufende Betreuung mit beschriebenem Leistungsumfang und die Vertragsbedingungen. Wenn eine dieser Positionen fehlt, ist das Angebot nicht vollständig vergleichbar. Frag nach, bevor du es mit anderen abgleichst.
Wer bezahlt bei Webflow den Site-Plan, ich oder die Agentur? Beides ist möglich. Die Agentur kann den Plan im eigenen Workspace buchen und weiterberechnen, oder du zahlst ihn direkt bei Webflow über die Funktion Client Payments. Entscheidend ist, dass im Angebot steht, welche Variante gilt und auf wessen Konto die Seite liegt, weil davon abhängt, wem die Seite im Streitfall zugänglich ist.
Wie lange sollte die Mindestlaufzeit eines Betreuungsvertrags sein? Ein Jahr mit klarer Kündigungsfrist ist verbreitet. Längere Laufzeiten sind verhandelbar und sollten durch Gegenleistungen wie feste Reaktionszeiten oder einen niedrigeren Monatspreis begründet sein. Rechne Laufzeit mal Monatspreis aus und prüfe, was du dafür bekommst.
Was kostet Website-Hosting und Betreuung im Monat? Laut Quellen aus 2026 liegt einfaches Hosting bei 5 bis 15 Euro im Monat, WordPress-Hosting bei 3 bis 25 Euro, klassisches TYPO3-Hosting bei 150 bis 600 Euro. Adfera nennt für die laufenden Monatskosten bei Agenturen (Hosting, Wartung und kleine Änderungen zusammen) 80 bis 200 Euro. Je nach Umfang und Abgrenzung liegen die tatsächlichen Preise darüber oder darunter.
Wie vergleiche ich ein Agenturangebot mit dem eines Freelancers? Halte Leistungsumfang, Vertretung, Betreuungsvertrag und Haftung gleich. Ein reiner Stundensatzvergleich führt in die Irre, weil beide Seiten unterschiedliche Leistungen einpreisen. Frag den Freelancer, was bei Krankheit passiert und ob es einen laufenden Betreuungsvertrag mit Reaktionszeit gibt.
Gehört mir die Website nach dem Projekt automatisch? Nein, nicht automatisch. Bei Webflow gehört die Seite dem Workspace, in dem sie liegt. Liegt sie im Workspace der Agentur, braucht es eine Vereinbarung zur Übertragung. Bei WordPress und TYPO3 entscheidet der Vertrag, wem Code und Hosting gehören. Lass das schriftlich festhalten, bevor das Projekt startet.
Muss ich bei einer Agentur auch für Lizenzen zahlen, die sie selbst nutzt? Nur für Lizenzen, die für dein Projekt nötig sind und die im Angebot ausgewiesen stehen. Der Workspace-Plan einer Agentur ist ihr eigenes Arbeitsmittel. Der Site-Plan, Plugins und Tools, die deine Seite betreiben, gehören dagegen zu deinen Kosten.
Fazit
Ein Angebot ist erst vergleichbar, wenn alle fünf Blöcke auf dem Tisch liegen: Umsetzung, Lizenzen, Hosting, Betreuung und Vertrag. Rechne die Gesamtkosten über 36 Monate, stell dieselben Fragen an jede Agentur und achte darauf, auf wessen Namen die Konten laufen. Marktzahlen helfen dir, Ausreißer zu erkennen, ersetzen aber nie die Rückfrage. Wer offen antwortet, ist meistens auch im Projekt einer, mit dem du gut arbeiten kannst.
Unterstützung bei der Angebotsprüfung: Wenn du mehrere Angebote vor dir hast und eine zweite Meinung willst, sprich uns über die Kontaktseite an.
Quellen
- Webflow Pricing, abgerufen 31.10.2026
- Webflow Help: Client payments
- Webflow Help: Site ownership
- adfera: Website-Kosten-Report 2026
- Marketing Planet: Was kostet eine Website (2026)
- Tricks.de: Website-Agentur Kosten und Preise (2026)
- Pragma Code: Website-Relaunch, Ablauf und Kosten (2026)
- Pragma Code: TYPO3-Migration, Kosten und ROI (2026, Vendor-Artikel)
- Hostinger: Kosten für Website-Wartung im Jahr 2026 (Stand 23.01.2026)
- Seahawk Media: Kosten für WordPress-Wartung (2026, Anbieterseite)
- desativ.de: Webflow-Kosten (2026, Drittquelle)








