Webdesign
Design und Webflow-Entwicklung aus einer Hand oder getrennt vergeben?
Kernaussagen
- Design und Entwicklung aus einer Hand lohnt sich meist, wenn die Website interaktiv ist, ein CMS bekommt und danach ohne eigenes Entwicklungsteam gepflegt werden soll
- Getrennt vergeben ist sinnvoll, wenn ein Entwicklungsteam im Haus sitzt, ein Design-System existiert oder das Design bereits fertig vorliegt
- Die meisten Brüche entstehen an der Schnittstelle: CMS-Struktur, Zustände, Breakpoints, Animationen und Performance werden im Design nicht festgelegt oder nicht geprüft
- Webflow begrenzt laut Hilfe-Center Collection Lists pro Seite auf 20 und Items pro Liste ohne Pagination auf 100, was beim Design berücksichtigt werden sollte
- Entscheidend ist nicht das Modell, sondern eine vertraglich geregelte Übergabe mit Abnahmekriterien, Design-Review in der Umsetzung und Dokumentation
Von Edip Kilinc, Gründer von Webwavers. Veröffentlicht am 31.10.2026. Zuletzt aktualisiert am 31.10.2026. Lesezeit: ca. 16 Minuten.
Kurzantwort: Design und Entwicklung aus einer Hand lohnen sich meistens, wenn die Website interaktiv ist, ein CMS bekommt und du sie danach ohne eigenes Entwicklungsteam pflegen willst. Dann entscheidet dieselbe Partei über Gestaltung und Machbarkeit, und die Übergabe, an der die meisten Projekte Qualität verlieren, entfällt. Getrennt zu vergeben ist sinnvoll, wenn bei dir ein Entwicklungsteam sitzt, ein Design-System besteht oder das Design schon fertig vorliegt. In jedem Fall gilt: Das Modell ist weniger wichtig als eine klar geregelte Übergabe.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Bruch passiert an der Schnittstelle: Zustände, Breakpoints, CMS-Struktur, Animationen und Performance sind im Design oft nicht entschieden.
- Es gibt vier Modelle: alles aus einer Hand, zwei getrennte Agenturen, Design extern mit Entwicklung im Haus, Design vorhanden mit externer Umsetzung.
- Liegt ein Design vor, prüfst du es vor der Beauftragung auf Umsetzbarkeit, vor allem auf die CMS-Struktur.
- Vertraglich gehören Abnahmekriterien, Design-Review in der Umsetzung, Dokumentation und Schulung für die Pflege geregelt.
- Eine belastbare, unabhängige Zahl dazu, wie viel eine Aufteilung kostet oder spart, liegt nicht vor. Rechne mit dem Abstimmungsaufwand, nicht mit Pauschalen.
Inhalt
- Worum es bei der Frage wirklich geht
- Wo die Schnittstelle bricht
- Vier Modelle im Vergleich
- Wann aus einer Hand besser ist
- Wann getrennt besser ist
- Der Fall: Das Design liegt schon vor
- CMS-Collections: von Figma zur Struktur
- Die Übergabe regeln
- Verantwortung und Rechte klären
- Kosten, Zeit und Abstimmung
- Entscheidungshilfe in sieben Fragen
- Häufige Fehler
- Wie wir das umsetzen
- FAQ
Worum es bei der Frage wirklich geht
Wenn Unternehmen fragen, ob sie Design und Entwicklung aus einer Hand beauftragen sollen, meinen sie meist etwas anderes als die Frage selbst. Sie wollen wissen: Wer ist verantwortlich, wenn das Ergebnis nicht so aussieht oder funktioniert wie das Design? Und wer kümmert sich darum, dass ich die Seite danach selbst pflegen kann?
Die Antwort hängt von deiner Ausgangslage ab. Ein Product Owner mit eigenem Entwicklungsteam hat andere Anforderungen als eine Marketingleiterin, die eine Unternehmenswebsite mit Blog und Karriereseite relaunchen will. Dieser Ratgeber hilft dir, die Frage für deinen Fall zu beantworten, ohne dass du dich auf ein Modell festlegen musst, bevor du die Risiken kennst.
Wichtig ist die Abgrenzung. Mit Design meinen wir hier die Gestaltung von Struktur, Layout, Interface und Interaktion, meist in Figma, wie sie im Ratgeber UX/UI-Agentur auswählen beschrieben ist. Mit Entwicklung meinen wir die technische Umsetzung in einem System, hier vor allem in Webflow, auf der Seite Webentwicklung und in der Webflow-Agentur im Detail erklärt, mit CMS, Interaktionen und Veröffentlichung.
Wo die Schnittstelle bricht
Ein Figma-File ist ein Entwurf. Webflow ist ein System mit eigenen Regeln. Dort, wo beide aufeinandertreffen, entstehen Reibungsverluste. Die häufigsten Bruchstellen:
1. CMS-Struktur. Ein Design zeigt zehn Blogkarten. Es zeigt nicht, welche Felder dahinterstehen, welche Pflichtfelder gelten, wie Kategorien verknüpft sind oder was passiert, wenn ein Titel dreimal so lang ist. Ohne diese Entscheidungen baut der Entwickler eine Struktur, die zum Screenshot passt, aber nicht zur Redaktion.
2. Zustände. Hover, Fokus, leer, Fehler, Laden, aktiv, deaktiviert. Viele Designs zeigen nur den Idealzustand. Fehlende Zustände entscheidet am Ende der Entwickler, und das Ergebnis weicht ab.
3. Breakpoints. Ein Desktop-Design mit zwei Tablet-Screens lässt offen, wie sich die Seite bei 991, 768 oder 479 Pixel verhält. Webflow arbeitet mit Breakpoints, nicht mit fließenden Übergängen. Das muss das Design widerspiegeln.
4. Animation und Interaktion. Eine Bewegung im Prototyp lässt sich in Figma schnell anlegen. Ob sie in Webflow mit Bordmitteln, mit eigenem Code oder gar nicht umsetzbar ist, entscheidet sich erst in der Entwicklung. Das ist teuer, wenn die Bewegung ein zentrales Gestaltungselement ist.
5. Performance. Große Bilder, viele Schriftschnitte, aufwendige Animationen und Videos wirken sich auf Ladezeit und Stabilität aus. Als Maßstab nutzt Google die Core Web Vitals. Als "gut" gelten ein Largest Contentful Paint von höchstens 2,5 Sekunden, ein Interaction to Next Paint von höchstens 200 Millisekunden und ein Cumulative Layout Shift von höchstens 0,1, jeweils am 75. Perzentil der Seitenaufrufe (web.dev, Web Vitals). Diese Werte sind keine Entwicklerfrage allein. Designentscheidungen wie Bildgrößen, Schriftanzahl und Animationsumfang legen sie mit fest.
6. Barrierefreiheit. Kontraste, Fokus-Reihenfolge, Zielgrößen und Beschriftungen sind Designentscheidungen. Werden sie nicht im Design festgelegt, korrigiert niemand sie sauber im Code. Eine Einordnung zur rechtlichen Lage findest du im Beitrag BFSG und Website.
Figma selbst beschreibt in seinem Leitfaden zur Entwicklerübergabe, dass frühe Zusammenarbeit zwischen Design und Entwicklung Überraschungen verringert und Entwicklern die Chance gibt, Fragen zu stellen, bevor das Design abgeschlossen ist (Figma, Guide to Developer Handoff). Das ist der Kern der Sache: Je später die Entwicklung ins Spiel kommt, desto teurer werden Korrekturen. Ob die Frühe-Einbindung gelingt, hängt davon ab, ob beide Rollen bei derselben Partei sitzen oder sich über eine Vertragsgrenze abstimmen müssen.

Vier Modelle im Vergleich
| Modell | Beschreibung | Stärke | Risiko |
|---|---|---|---|
| A: Aus einer Hand | Eine Agentur macht Konzept, Design und Entwicklung | Ein Ansprechpartner, Machbarkeit fließt früh ins Design | Abhängigkeit von einer Partei, Wechsel später schwerer |
| B: Zwei Agenturen | Design bei Agentur 1, Umsetzung bei Agentur 2 | Spezialisten je Disziplin | Schnittstelle, Schuldfrage bei Abweichungen, doppelte Steuerung |
| C: Design extern, Entwicklung inhouse | Agentur gestaltet, dein Team baut | Hohe Kontrolle über Code und Plattform | Dein Team muss Kapazität und Plattformwissen haben |
| D: Design vorhanden, Umsetzung extern | Fertiges Design liegt vor, Agentur setzt um | Klarer Umfang, kein Neudesign | Design muss umsetzbar sein, Lücken tauchen spät auf |
Die Modelle sind keine Rangliste. Modell B funktioniert, wenn beide Parteien gut zusammenarbeiten und die Übergabe sauber geregelt ist. Modell C ist oft die richtige Wahl für Produktunternehmen mit starkem Entwicklungsteam. Modell D ist verbreitet, weil viele Unternehmen bereits ein Design aus einem früheren Projekt oder von einer Designagentur haben.
Wann aus einer Hand besser ist
Aus einer Hand lohnt sich besonders in diesen Situationen:
- Du hast kein Entwicklungsteam. Dann gibt es niemanden, der Designentscheidungen technisch prüft und die Umsetzung steuert.
- Die Website hat Interaktion oder ein CMS. Je mehr Logik, desto mehr Schnittstelle. Eine statische Imagepage kommt eher mit einer Trennung aus als ein CMS-Projekt mit Filtern, Referenzfeldern und Animationen.
- Du willst die Seite selbst pflegen. Gestaltung und CMS-Struktur müssen dafür zusammen gedacht werden. Wer das Design einer anderen Agentur bekommt, erhält oft Inhalte, die nur mit Entwicklerhilfe zu ändern sind.
- Du willst einen Ansprechpartner. Gerade bei Marketingteams ohne technische Leitung ist es wertvoll, dass eine Partei für das Gesamtergebnis einsteht.
- Zeit ist knapp. Parallele Arbeit von Konzept, Design und früher Entwicklungsprüfung ist in einem Team einfacher als zwischen zwei Häusern.
Wenn mehrere dieser Punkte zutreffen, spricht vieles für Modell A. Ein Nachteil bleibt: Du bindest dich stärker an eine Partei. Wenn du später wechseln willst, brauchst du saubere Dokumentation und Zugriff auf alle Dateien.
Wann getrennt besser ist
Getrennte Vergabe ist sinnvoll, wenn:
- Ein Entwicklungsteam im Haus sitzt. Dann soll das Design zur Codebasis und zum Design-System passen. Eine Agentur, die gestaltet, aber nicht baut, kann das gut leisten, wenn sie mit deinem Team arbeitet.
- Ein Design-System besteht. Wenn Komponenten, Tokens und Regeln bereits existieren, setzt die Entwicklung sie um.
- Du Spezialisten für beide Disziplinen willst. Manche Projekte brauchen tiefe Forschung und Produktdesign auf der einen und hochspezialisierte Entwicklung auf der anderen Seite.
- Du bereits ein fertiges Design hast. Dann geht es nur noch um die Umsetzung (Modell D).
- Du Risiko streuen willst. Zwei Parteien können sich gegenseitig kontrollieren. Das kostet aber Abstimmungsaufwand.
Der Fall: Das Design liegt schon vor
Viele Anfragen lauten sinngemäß: "Wir haben ein Design und brauchen nur die saubere Umsetzung in Webflow mit CMS-Collections." Das ist ein legitimer Fall, aber er ist selten so einfach, wie er klingt. Bevor du jemanden beauftragst, prüfe das Design auf Umsetzbarkeit. Dieser Check kostet wenig Zeit, die Korrektur eines nicht umsetzbaren Designs mitten in der Entwicklung kostet deutlich mehr.
Checkliste: Ist das Figma-File bereit für die Umsetzung?
- Alle Seitentypen vorhanden. Startseite, Unterseiten, Detailseiten, Listen, Fehlerseiten, Kontakt und rechtliche Seiten sind gestaltet.
- Alle Breakpoints. Desktop plus Tablet und Mobil, mindestens für die wichtigsten Seiten. Webflow nutzt feste Breakpoints, deshalb sollten die Designs zeigen, wie sich Layouts dort verhalten.
- Komponenten statt Einzelstücke. Buttons, Karten, Formularfelder, Navigation und Footer sind als wiederverwendbare Komponenten angelegt, mit Varianten.
- Zustände. Hover, Fokus, aktiv, leer, Fehler und Laden sind definiert, zumindest für Navigation, Buttons, Formulare und Karten.
- Styles und Variablen. Farben, Schriften, Abstände und Radien sind als Styles oder Variablen hinterlegt, nicht pro Element neu gewählt.
- Echte Inhalte. Texte und Bilder entsprechen der Realität, nicht Lorem ipsum. Besonders bei Überschriften zeigt sich, ob das Layout bei langen Titeln hält.
- CMS-Logik erkennbar. Aus dem Design lässt sich ableiten, welche Inhalte aus Collections kommen und welche Felder sie brauchen.
- Interaktionen beschrieben. Animationen sind als Prototyp oder in Worten festgehalten, inklusive Dauer, Easing und Auslöser.
- Barrierefreiheit geprüft. Kontraste und Schriftgrößen sind bewertet. Das Glossar erklärt Barrierefreiheit und Accessibility.
- Dateien und Rechte. Du hast Zugriff auf das Figma-File, Schriftlizenzen und Bildrechte.
Wenn mehr als drei dieser Punkte fehlen, ist die Umsetzung nicht "nur Umsetzung". Dann ist vorab eine Design-Überarbeitung oder eine Design-Ergänzung nötig. Das ist der Moment, in dem Modell A oder ein Anbieter mit Design und Entwicklung Vorteile hat, weil beide Aufgaben ohne Schnittstelle erledigt werden können.
CMS-Collections: von Figma zur Struktur
Der heikelste Punkt bei Webflow-Umsetzungen ist die Übersetzung von Design in CMS-Collections. Eine Collection ist in Webflow eine Datenbankstruktur, in der Inhalte mit Feldern gepflegt und auf Seiten ausgespielt werden. Das Glossar erklärt den Begriff CMS. Das Design muss dazu Fragen beantworten, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind.
Beispiel: Wie du eine Struktur ableitest.
| Inhalt im Design | Collection | Typische Felder | Verknüpfungen |
|---|---|---|---|
| Blogkarten, Blogartikel | Blogbeiträge | Titel, Slug, Teaser, Hauptbild, Inhalt, Datum, Lesezeit | Referenz auf Autor, Referenz auf Kategorie |
| Autorenbox | Autoren | Name, Rolle, Kurzbio, Foto | Wird von Beiträgen referenziert |
| Kategorie-Filter | Kategorien | Name, Slug, Beschreibung | Wird von Beiträgen referenziert |
| Referenzkarten, Fallstudien | Projekte | Titel, Kunde, Branche, Leistungen, Bildergalerie, Text | Referenz auf Branchen |
| Stellenanzeigen | Jobs | Titel, Standort, Art, Beschreibung, Bewerbungslink | Referenz auf Standort |
| Teammitglieder | Team | Name, Rolle, Foto, Kurzbio, Reihenfolge | Optional Standort |
Aus der Tabelle ergeben sich Folgefragen, die das Design beantworten oder die Umsetzung klären muss: Welche Felder sind Pflicht? Wie lang dürfen Titel sein? Was zeigt die Karte, wenn kein Bild vorhanden ist? Wie viele Items erscheinen in einer Liste, und gibt es Pagination?
Technische Grenzen kennen. Webflow begrenzt die dynamischen Inhalte auf einer Seite. Laut Hilfe-Center sind maximal 20 Collection Lists pro Seite erlaubt, bis zu 2 davon verschachtelt. Eine Collection List zeigt ohne Pagination maximal 100 Items an, in einer verschachtelten Liste sind es 10 (Webflow Hilfe, Dynamic content limits). Die Preisseite von Webflow nennt je Plan Obergrenzen für CMS-Items und Collections. Für den Premium-Site-Plan sind es dort 20.000 CMS-Items und 40 Collections, für den Team-Plan 20.000 Items und 100 Collections (Webflow Pricing). Die Limits ändern sich, prüfe sie vor Projektstart auf den aktuellen Seiten. Für die meisten Unternehmenswebsites reichen sie, aber ein Design mit fünf verschachtelten Filterlisten auf einer Seite stößt schnell an Grenzen. Solche Konflikte erkennst du im Design-Review, nicht erst in der Entwicklung.
Pflege mitdenken. Eine saubere Struktur ist auch die Voraussetzung, dass dein Team Inhalte später selbst pflegt. Mehr dazu findest du im Ratgeber Webflow-CMS selbst pflegen.
Die Übergabe regeln
Egal welches Modell du wählst: Die Übergabe zwischen Design und Entwicklung braucht Regeln. Je mehr Parteien, desto klarer müssen sie sein.
Was zur Übergabe gehören sollte:
- Figma-Datei in sauberem Zustand. Seiten pro Status (in Arbeit, in Feedback, bereit zur Umsetzung), Komponenten mit Beschreibungen, benannte Styles. Figma empfiehlt in seinem Leitfaden genau diese Struktur samt Statusmarkierung und Hinweisen an den Komponenten (Figma).
- Design-System-Dokumentation. Komponenten, Varianten, Zustände und Regeln. Der Ratgeber Design-Systeme: Figma und Webflow-Übergabe beschreibt das im Detail. Begriffe erklärt das Glossar unter Design-System.
- CMS-Konzept. Collections, Felder, Verknüpfungen, Pflichtfelder, Beispielinhalte.
- Interaktionsbeschreibung. Auslöser, Dauer, Easing, Verhalten auf kleinen Bildschirmen.
- Inhalte. Finale oder nahezu finale Texte und Bilder, damit Umbrüche und Bildausschnitte stimmen.
- Abnahmekriterien. Woran wird gemessen, dass die Umsetzung dem Design entspricht? Zum Beispiel Pixelabweichung bei Abständen, Verhalten bei Breakpoints, Core-Web-Vitals-Ziele, Barrierefreiheit.
Was während der Umsetzung passieren sollte:
- Design-Review an Zwischenständen, nicht nur Abnahme am Ende. Ein Review nach Fertigstellung der Startseite verhindert, dass derselbe Fehler auf zwanzig Seiten landet.
- Ein Änderungsprozess. Änderungen am Design nach Entwicklungsbeginn sind normal. Sie brauchen einen Weg: Wer entscheidet, was kostet es, wer informiert wen?
Was am Ende geliefert werden sollte:
- Veröffentlichte Seite mit Zugriff auf Projekt und Hosting
- Dokumentation zu Struktur und Besonderheiten
- Schulung für das Team, das Inhalte pflegt
- Klare Aussage zur Betreuung nach dem Launch
Mehr zur Betreuung nach dem Start steht auf der Seite zur Wartung.
Verantwortung und Rechte klären
Bei zwei getrennten Parteien entsteht eine Frage, die bei einer Partei gar nicht aufkommt: Wer ist verantwortlich, wenn das Ergebnis vom Design abweicht? Die Designagentur sagt, die Umsetzung sei falsch. Die Entwicklungsagentur sagt, das Design sei nicht umsetzbar gewesen. Du als Auftraggeber stehst dazwischen.
Du kannst das mit drei Vereinbarungen entschärfen:
- Machbarkeitsprüfung vor Design-Abnahme. Die Entwicklung prüft das Design und gibt schriftlich frei oder nennt Einwände. Erst danach gilt das Design als übergabereif.
- Definierte Abnahmekriterien. Sie legen fest, was "entspricht dem Design" bedeutet und wer die Prüfung durchführt.
- Eine Partei mit Gesamtverantwortung. Wenn du das nicht selbst sein willst, benenne einen Projektleiter, der beide Seiten steuert.
Bei Modell A entfällt diese Frage weitgehend, dafür gilt es, andere Punkte zu regeln: Eigentum an Figma-Dateien, Zugriff auf das Webflow-Projekt, Übertragung der Hosting-Rechte und Nutzungsrechte an Schriften und Bildern. Die rechtliche Grundlage ist wie bei Bildern § 31 Abs. 5 UrhG: Ohne klare Vereinbarung bestimmt der Vertragszweck den Umfang der Rechte (Gesetze im Internet). Lass daher schriftlich festhalten, dass du Quelldateien und Projektzugang erhältst. Das ersetzt keine anwaltliche Beratung.
Kosten, Zeit und Abstimmung
Die Frage, was eine Aufteilung kostet oder spart, lässt sich seriös nicht mit einer Zahl beantworten. Eine unabhängige Untersuchung, die Aufwand und Qualität zwischen "aus einer Hand" und "getrennt" in Euro vergleicht, liegt nicht vor. Das ist wichtig zu wissen, weil viele Angebote mit pauschalen Ersparnissen werben.
Was sich belegen lässt, sind Stundensätze: Laut dem Website-Kosten-Report von adfera liegen Agenturen im Webbereich bei 80 bis 120 Euro je Stunde, Freelancer bei 60 bis 90 Euro (adfera, 2026). Tricks.de nennt im Schnitt rund 120 Euro für Werbeagenturen (Tricks.de, 2026). Diese Sätze sagen aber nichts über den Aufwand an der Schnittstelle.
So rechnest du den Abstimmungsaufwand selbst durch:
- Zähle die Beteiligten pro Modell: Bei A sind es eine Agentur und du. Bei B sind es zwei Agenturen und du, also mindestens drei Abstimmungslinien.
- Plane Meetings, Reviews und Rückfragen ein: Bei B kommen Übergabe-Workshop, Machbarkeitsprüfung und Design-Reviews hinzu.
- Rechne Puffer für Korrekturen: Je weniger früh die Entwicklung ins Design einbezogen ist, desto mehr Korrekturschleifen sind wahrscheinlich.
- Frage beide Parteien im Angebot nach dem Aufwand für Übergabe und Reviews und lass ihn ausweisen.
Allgemeine Hinweise zum Vergleichen von Angeboten gibt der Ratgeber Webagentur-Angebote vergleichen. Die Frage, ob ein Festpreis oder Stundensatz besser passt, behandelt der Beitrag Festpreis oder Stundensatz.
Entscheidungshilfe in sieben Fragen
Beantworte diese Fragen für dein Projekt und zähle die Antworten.
- Gibt es bei uns ein Entwicklungsteam, das Webflow oder die Zielplattform beherrscht? (Ja spricht für C oder D, Nein für A oder B.)
- Soll die Website ein CMS mit mehreren Collections bekommen? (Ja spricht für A.)
- Sind Animationen oder Interaktionen ein zentrales Gestaltungselement? (Ja spricht für A.)
- Soll unser Marketingteam Inhalte selbst pflegen? (Ja spricht für A oder für ein Design, das mit der Entwicklung abgestimmt ist.)
- Haben wir schon ein vollständiges Design, das die Checkliste oben besteht? (Ja spricht für D.)
- Gibt es einen Projektleiter bei uns, der zwei Parteien steuern kann? (Ja macht B machbar.)
- Ist uns wichtig, später den Dienstleister wechseln zu können? (Ja verlangt in jedem Modell saubere Dokumentation und Zugriff auf alle Dateien.)
Zeigen die Antworten in eine Richtung, hast du dein Modell. Sind sie gemischt, starte mit Konzept und Design bei einer Partei und entscheide über die Umsetzung nach der Machbarkeitsprüfung.
Häufige Fehler
- Design ohne Machbarkeitsprüfung abnehmen. Dann erfährst du erst in der Entwicklung, dass Elemente nicht wie gezeichnet funktionieren.
- Zwei Agenturen ohne Projektleitung. Niemand steuert die Schnittstelle, und jeder zeigt auf den anderen.
- Das CMS erst am Ende planen. Dann stimmt die Struktur nicht zu den Inhalten, und die Pflege wird mühsam.
- Design als Dateiexport übergeben. Ohne Dokumentation, Komponenten und Zustände bleibt jede Frage offen.

Wie wir das umsetzen
Webwavers ist eine Premium-Agentur für Branding, Webdesign und Webentwicklung und einer von sieben Webflow Premium Partnern in Deutschland. Wir setzen auch WordPress um und beraten bei der Systemwahl neutral. Beim Ablauf steht auf der Seite Prozess: Vor dem Design gibt es Erstgespräch, Onboarding mit 34 Strategiefragen und Strategiegespräch. Danach entstehen in Figma zuerst die ersten drei Sektionen der Startseite, dann Startseite und Unterseiten, jeweils mit Feedbackrunde. Erst nach der finalen Freigabe wird in Webflow, Framer oder WordPress umgesetzt. Beim Launch gibt es eine Einschulung. Jeder Kunde hat einen festen Projektleiter und einen eigenen Slack-Kanal. Mehr zu den Leistungen steht auf den Seiten Webdesign und Webentwicklung.
FAQ
Lohnt sich eine Agentur, die UX/UI und Webflow-Entwicklung aus einer Hand macht?
Meistens ja, wenn die Website interaktiv ist, ein CMS bekommt und du kein eigenes Entwicklungsteam hast. Dann entscheidet dieselbe Partei über Design und Machbarkeit, und die Übergabe entfällt. Hast du ein Entwicklungsteam oder ein Design-System, kann die Trennung besser sein. Entscheidend ist die Übergabe, nicht das Modell.
Welche Agenturen übernehmen Figma-Design und Entwicklung aus einer Hand?
Das tun viele Webagenturen, Webflow-Agenturen und einige Produktstudios. Prüfe im Gespräch, ob Design und Entwicklung im selben Team arbeiten, ob Entwickler am Design-Review teilnehmen und ob die Dokumentation zur Übergabe im Angebot steht. Frage nach einem Beispiel, in dem ein Design auf Machbarkeit angepasst wurde.
Wer erstellt Figma-Designs so, dass sie sich später sauber in Webflow mit selbst pflegbarem CMS umsetzen lassen?
Anbieter, die Webflow selbst bauen oder eng mit Webflow-Entwicklern arbeiten. Erkennbar ist das an Komponenten mit Varianten, Styles und Variablen, definierten Breakpoints und einem CMS-Konzept im Design. Frage nach einer Collections-Übersicht und nach einer Schulung für die Pflege.
Wir haben ein bestehendes Design und brauchen nur die Umsetzung in Webflow mit CMS-Collections. Wer macht das zuverlässig?
Zuverlässig arbeitet, wer das Design vor der Beauftragung prüft und Lücken benennt. Nutze die Checkliste in diesem Ratgeber und bitte den Anbieter um eine schriftliche Machbarkeitseinschätzung. Achte darauf, dass Collections, Pflichtfelder und Zustände geklärt sind, bevor gebaut wird.
Welcher Anbieter übernimmt UX-Konzept und Umsetzung in Webflow, damit wir Inhalte danach selbst pflegen?
Wähle einen Anbieter, der beides leistet und die Pflege explizit einplant. Verlange ein CMS-Konzept, eine Schulung für dein Team und Zugriff auf das Webflow-Projekt. Einen Überblick über die Auswahlkriterien für den UX-Teil gibt der Ratgeber UX/UI-Agentur auswählen.
Was passiert, wenn ich später die Agentur wechseln will?
Dann zählt, was du in der Hand hast: Figma-Datei, Webflow-Projektzugang, Dokumentation, Schriften- und Bildlizenzen. Lass diese Punkte im Vertrag festhalten. Mit sauberer Dokumentation ist ein Wechsel auch bei Modell A möglich.
Fazit
Design und Entwicklung aus einer Hand sind die bessere Wahl, wenn du ein interaktives, CMS-getriebenes Projekt ohne eigenes Entwicklungsteam planst. Getrennt zu vergeben ist sinnvoll, wenn Entwicklungskapazität im Haus sitzt oder das Design schon steht. In beiden Fällen gewinnt das Projekt durch eine frühe Machbarkeitsprüfung, ein CMS-Konzept, Abnahmekriterien und ein Design-Review während der Umsetzung. Prüfe ein vorhandenes Design mit der Checkliste, bevor du es zur Umsetzung gibst.
Unterstützung bei Design und Umsetzung: Wenn du dein Design oder dein Vorhaben mit uns durchgehen willst, melde dich über den Kontakt.
Quellen
- Figma: Guide to Developer Handoff
- Webflow Hilfe: Dynamic content limits
- Webflow: Pricing (Site- und Platform-Pläne, Stand Oktober 2026)
- web.dev: Web Vitals
- adfera: Website-Kosten-Report 2026
- Tricks.de: Website-Agentur Kosten und Preise (2026)
- Gesetze im Internet: § 31 UrhG, Einräumung von Nutzungsrechten
- Webwavers: Prozess








