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Webflow oder WordPress: Betrieb, Hosting und Gesamtkosten im Vergleich

Webflow, WordPress oder TYPO3: Was Hosting, Lizenzen, Wartung und Updates über drei Jahre kosten. Mit Beispielrechnung, Annahmen und Quellen.

  • Veröffentlicht:

    31. Oktober 2026

  • Aktualisiert:

    31. Oktober 2026

  • 16 Min.

    Lesezeit

Kernaussagen

  • Webflow bündelt Hosting und Plattform-Updates im Site-Plan, bei WordPress und TYPO3 liegen Server, Updates und Absicherung bei dir oder deinem Dienstleister.
  • Im offen gerechneten Beispiel liegen Webflow und WordPress über drei Jahre nah beieinander, sobald beide ein Wartungspaket bekommen, der Unterschied steckt in den Annahmen zur Wartung.
  • 91 % der 2025 neu gemeldeten WordPress-Schwachstellen lagen in Plugins, der Betrieb hängt also an Zahl und Qualität der Erweiterungen.
  • WordPress auf eigenem Server ist die bessere Wahl, wenn deine IT Server ohnehin betreibt, Vorgaben zu Standort und Netzzugang gelten oder Funktionen gebraucht werden, die Webflow nicht liefert.
  • TYPO3 lohnt sich bei großen Redaktionen mit Rollenmodellen, kostet im Betrieb aber nach Anbieterangaben deutlich mehr als die beiden anderen Systeme.

Kurzantwort: Bei Webflow stecken Hosting, Absicherung und Plattform-Updates im Site-Plan, bei WordPress und TYPO3 kümmerst du dich selbst oder per Dienstleister um Server, PHP-Version, Core-, Plugin- und Extension-Updates. Webflow ist deshalb im Betrieb meist planbarer und braucht weniger IT-Zeit. WordPress auf eigenem Server kann die bessere Wahl sein, wenn deine IT ohnehin Server betreibt oder Vorgaben zum Standort gelten. Wer über drei Jahre rechnet, sieht: Der Unterschied liegt weniger in der Lizenz als in der Wartung.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vergleiche immer fünf Blöcke: Lizenz, Hosting, Erweiterungen, Wartung und Änderungsaufwand. Ein Angebot, das nur Lizenz und Hosting nennt, sagt wenig.
  • Webflow rechnet pro Site-Plan und Zusatzfunktion ab, WordPress und TYPO3 kosten keine Lizenz, dafür Betrieb.
  • Bei WordPress hängt der Wartungsaufwand an der Zahl der Plugins, bei TYPO3 an großen Versionssprüngen.
  • Das 3-Jahres-Beispiel unten ist ein gekennzeichnetes Rechenbeispiel mit offenen Annahmen, keine Marktstatistik.
  • Es gibt klare Fälle, in denen WordPress auf eigenem Server die bessere Wahl ist.

Inhalt

Was zum Betrieb einer Website gehört

Die Erstellung ist ein Einmalposten, der Betrieb läuft jedes Jahr weiter. Bei einer Unternehmenswebsite, die drei Jahre oder länger steht, ist der Betrieb deshalb keine Nebensache. Fünf Blöcke bestimmen die laufenden Kosten:

  1. Lizenz oder Plan. Bei Webflow der Site-Plan plus Zusatzfunktionen wie Mehrsprachigkeit und Redakteurs-Zugänge. Bei WordPress und TYPO3 entfällt die Lizenz, weil beide Open Source sind. Bezahlte Themes, Page Builder und Plugins zählen aber hierher.
  2. Hosting. Bei Webflow im Plan enthalten. Bei WordPress und TYPO3 ein eigener Posten, vom günstigen Shared Hosting bis zum dedizierten Server.
  3. Erweiterungen. Formulare, Mehrsprachigkeit, SEO-Funktionen, Sicherheits- und Backup-Tools. Bei WordPress meist Plugins, bei TYPO3 Extensions, bei Webflow ein Teil nativ und ein Teil Apps oder Fremddienste.
  4. Wartung. Updates einspielen, Fehler beheben, Backups prüfen, Sicherheitsmeldungen beobachten. Wer das macht, ist die eigentliche Frage: dein Team, ein Dienstleister oder die Plattform.
  5. Änderungsaufwand. Die Zeit, die Redakteure und Entwickler brauchen, um Inhalte und Layouts zu ändern. Dieser Block wird am häufigsten vergessen und kann am Ende größer sein als Hosting und Lizenz zusammen.

Der Vergleich ist nur fair, wenn der Funktionsumfang gleich ist. Eine WordPress-Seite mit zehn Plugins und eine Webflow-Seite ohne Zusatzfunktionen lassen sich nicht direkt gegeneinander rechnen.

Dieser Ratgeber behandelt den Betrieb. Wie sich beide Systeme bei Ladezeit, Weiterleitungen, Schema und KI-Sichtbarkeit schlagen, steht im Ratgeber Webflow oder WordPress für SEO und KI-Sichtbarkeit. Den allgemeinen Systemvergleich findest du im bestehenden Blogartikel Webflow vs. WordPress. Hier geht es um Geld, Zeit und Verantwortung im laufenden Betrieb.

Webflow: was der Plan abdeckt und was extra kostet

Webflow bündelt Plattform und Hosting. Laut Webflow-Preisseite (Stand 31.10.2026, Preise in US-Dollar, bei jährlicher Abrechnung, zuzüglich Steuern) gibt es diese Site-Pläne:

Plan Preis pro Monat CMS Bandbreite Sonstiges
Starter kostenlos 50 Items 1 GB 2 statische Seiten, nur webflow.io-Adresse
Basic 15 $ kein CMS 10 GB 300 statische Seiten, unbegrenzte Formulareingänge
Premium 25 $ 20.000 Items, 40 Collections ab 50 GB, Stufen bis 2,5 TB CMS-Plan für Unternehmenswebsites

Dazu kommen Posten, die du je nach Projekt brauchst:

  • Mehrsprachigkeit (Localize): Essential 9 $ pro Monat für 1 bis 3 Sprachversionen, Advanced 29 $ pro Monat für bis zu 10 (Webflow-Preisseite).
  • Zugänge für Teammitglieder: Full Seat 39 $, Limited Seat 15 $ pro Monat, Kostenlose Seats ohne Bearbeitungsrechte gibt es ebenfalls (Webflow-Preisseite).
  • Plattform-Pläne: Team mit 2.500 $ pro Monat bei Jahresvertrag, Enterprise nach Anfrage (Webflow-Preisseite).

Zwei Hinweise zur Lesart. Erstens nennt Webflow Preise in Dollar. Wer in Euro plant, braucht einen Umrechnungskurs, Drittquellen nennen als grobe Euro-Größenordnung für Webflow-Pläne zwischen 14 und 50 € pro Monat (desativ.de), das ist aber kein offizieller Preis. Zweitens haben sich Plannamen bei Webflow in der Vergangenheit geändert. Ältere Anleitungen sprechen von CMS- und Business-Plänen, aktuell heißen die Site-Pläne Starter, Basic und Premium. Prüfe vor jeder Budgetfreigabe die Preisseite.

Was Webflow im Betrieb für dich übernimmt: Hosting und Auslieferung über die Plattform, SSL, die Plattform-Software selbst. In den Datenschutzbedingungen nennt Webflow eine Infrastruktur auf ISO-27001-zertifizierten AWS-Rechenzentren, tägliche Backups und eine SOC-2-Type-II-Zertifizierung (Webflow DPA). Du pflegst keine PHP-Version, keinen Server und kein Core-Update.

Was bei Webflow Aufwand bleibt: Inhalte, Formulare, Tracking, Consent-Lösung, Weiterleitungen und alles, was du über Fremddienste anbindest. Auch Limits gehören zur Betriebsplanung. Das CMS im Premium-Plan fasst 20.000 Items, das reicht für die meisten Unternehmenswebsites, nicht aber für Portale mit Hunderttausenden Datensätzen.

Collage der Vikar-Ahmed-Website mit Schmuckstücken
Aus unserer Arbeit: Vikar Ahmed, Corporate Identity. Zur Referenz

WordPress: Hosting, Plugins und Wartung

WordPress selbst kostet keine Lizenz. Der Betrieb entsteht an anderer Stelle.

Hosting. Je nach Anbieter und Leistung liegt WordPress-Hosting laut einem Hostinger-Ratgeber (Stand Januar 2026) zwischen 3 und 25 € pro Monat netto, Shared Hosting bei 3 bis 30 €, VPS bei 5 bis 50 €, Cloud bei 7 bis 65 € und dedizierte Server bei 80 bis 300 € pro Monat (Hostinger). Das ist eine Anbieterangabe, die Spanne zeigt vor allem, dass "Hosting" kein fester Posten ist. Ein Unternehmen mit Anforderungen an Verfügbarkeit, Backups und Support landet eher am oberen Ende.

Anforderungen. WordPress empfiehlt aktuell PHP 8.3 oder neuer, MariaDB 10.11 oder MySQL 8.0 oder neuer und HTTPS. PHP 7.4 und alte MySQL-Versionen laufen noch, sind aber laut WordPress am Ende ihrer Lebenszeit und können die Seite Schwachstellen aussetzen (WordPress: Anforderungen).

Erweiterungen. Fast jede WordPress-Unternehmenswebsite nutzt Plugins für Formulare, SEO, Mehrsprachigkeit, Caching und Sicherheit. Manche sind kostenlos, andere kosten pro Jahr und Seite. Für die Gesamtkosten zählen weniger die Lizenzpreise als der Pflegeaufwand, denn jedes Plugin ist ein Update-Pfad und eine mögliche Schwachstelle.

Sicherheit und Updates. Der Sicherheitsdienstleister Patchstack zählt für 2025 rund 11.334 neu gemeldete Schwachstellen im WordPress-Umfeld, 42 % mehr als im Vorjahr. 91 % davon lagen in Plugins, 9 % in Themes, im WordPress-Core waren es sechs, alle mit niedriger Priorität. Bei 46 % gab es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keinen Patch vom Entwickler, und etwa die Hälfte der hochriskanten Lücken wurde innerhalb von 24 Stunden ausgenutzt (Patchstack: State of WordPress Security 2026). Die Aussage dahinter: WordPress selbst ist nicht das Problem, wohl aber die Menge an Drittcode. Wer wenige, gut gepflegte Plugins einsetzt und Updates zeitnah einspielt, senkt das Risiko deutlich.

Wartung. Für Agentur-Wartung nennt ein Report 80 bis 200 € pro Monat (adfera), ein anderer Anbieter staffelt Managed-WordPress-Wartung von 49 bis 999 US-Dollar pro Monat (Seahawk Media). Wer selbst wartet, rechnet laut derselben Quelle mit 3 bis 5 Stunden pro Monat. Die Spannen sind groß, weil die Leistung unterschiedlich ist: Nur Updates oder auch Monitoring, Backup-Wiederherstellung, Fehlerbehebung und Sicherheitsvorfälle? Mehr dazu im Blogartikel Was kostet Website-Betreuung?.

TYPO3: der Sonderfall für große Redaktionen

TYPO3 taucht in Webflow-WordPress-Vergleichen selten auf, ist im deutschsprachigen Mittelstand, bei Konzernen und Behörden aber verbreitet. Auch TYPO3 ist Open Source ohne Lizenzgebühr. Im Betrieb unterscheidet es sich von WordPress durch einen stärker strukturierten Release-Zyklus und höhere Anforderungen an Know-how.

Laut Roadmap erschien TYPO3 13.4 LTS am 15.10.2024, TYPO3 14.3 LTS war für den 21.04.2026 geplant (TYPO3 Roadmap). Für ältere Versionen gibt es kostenpflichtigen Extended Support (ELTS). Ein Anbieter nennt für TYPO3-Versionen 9 bis 11 etwa 2.500 € pro Domain im ersten Jahr, 5.000 € im zweiten und bis zu 7.500 € im dritten (Pragma-Code). Derselbe Anbieter beziffert ein Major-Upgrade mit 10.000 bis 45.000 € und monolithisches Hosting mit 150 bis 600 € pro Monat. Das sind Angaben eines Dienstleisters mit Eigeninteresse an TYPO3-Migrationen, belegt durch Einzelfälle. Für den TYPO3-Neubau und die laufende Betreuung gibt es keine belastbare Marktspanne.

Fair ist die Einordnung: TYPO3 lohnt sich, wenn du viele Redakteure mit differenzierten Rechten, mehrere Sprachen, Mandanten oder eine bestehende Extension-Landschaft hast. Für eine klassische Unternehmenswebsite mit überschaubarem Team ist der Betrieb meist teurer, als es der Nutzen rechtfertigt.

Vergleichstabelle Betrieb

Kriterium Webflow WordPress (eigener oder gemieteter Server) TYPO3
Lizenz Site-Plan, bei Mehrsprachigkeit und Zugängen mit Zusatzposten keine Lizenz für den Core, Themes und Plugins teils kostenpflichtig keine Lizenz, ELTS für alte Versionen kostenpflichtig
Hosting im Plan enthalten eigener Posten, Spanne groß eigener Posten, nach Anbieterangabe 150 bis 600 € pro Monat bei monolithischem Hosting
PHP, Datenbank, Server entfällt für dich in deiner Verantwortung in deiner Verantwortung
Core-Updates durch Webflow durch dich oder Dienstleister, kleine Updates oft automatisch durch dich oder Dienstleister, Major-Upgrades als Projekt
Erweiterungen nativ plus Apps und Fremddienste Plugins, Hauptquelle von Schwachstellen Extensions
Backups Plattform sichert täglich, Wiederherstellung in Webflow selbst einrichten oder im Hosting-Paket selbst einrichten
Änderungen im Alltag visuell im Designer und Editor Theme und Page Builder abhängig, oft Entwickler nötig Redakteure im Backend, Layout über Integrator
Kosten für Redakteurs-Zugänge Seats kosten pro Monat keine Lizenz pro Nutzer keine Lizenz pro Nutzer
Grenzen CMS-Limits pro Plan, Funktionen nur über Apps oder Code praktisch keine technische Grenze praktisch keine technische Grenze
Mehrsprachigkeit Localize als Zusatzposten Plugin oder Multisite nativ im System

Die Tabelle zeigt den Kern: Webflow tauscht Kontrolle gegen Planbarkeit, WordPress und TYPO3 tauschen Planbarkeit gegen Kontrolle.

Beispiel: Gesamtkosten über 3 Jahre

Gekennzeichnetes Rechenbeispiel, keine Marktstatistik. Die Zahlen sind eine Modellrechnung mit offenen Annahmen. Dein Projekt kann deutlich abweichen. Webflow-Preise: webflow.com/pricing, Stand 31.10.2026, in US-Dollar bei jährlicher Abrechnung. Umrechnung mit dem Annahmewert 0,90 € je Dollar.

Annahmen: Unternehmenswebsite mit 25 Seiten, 2 Sprachen, 3 Redakteuren. Die Erstellung setzen wir bewusst gleich an (20.000 €), damit der Vergleich nur den Betrieb zeigt. Die Größenordnung ist plausibel: Eine Quelle nennt für einen kompakten Relaunch mit 10 bis 25 Seiten 12.000 bis 24.000 € (Pragma-Code). Ein Stundensatz von 120 € entspricht dem genannten Agenturschnitt (tricks.de). Änderungsaufwand lassen wir weg, weil er für alle drei Systeme gleich angesetzt würde.

Szenario A: Webflow ohne Wartungspaket, WordPress und TYPO3 mit Wartung

Posten pro Jahr Webflow WordPress TYPO3 Annahme / Quelle
Site-Plan Premium 270 € (300 $) 0 € 0 € webflow.com/pricing
Localize Essential (Zweitsprache) 97 € (108 $) 0 € 0 € webflow.com/pricing
2 Limited Seats für Redakteure 324 € (360 $) 0 € 0 € webflow.com/pricing, Seat-Typ vor Einsatz prüfen
Hosting 0 € 300 € (25 € pro Monat) 1.800 € (150 € pro Monat) Hostinger, Pragma-Code
Plugins / Extensions 0 € 600 € 300 € Annahme, keine Marktquelle
Wartung 720 € (6 Std. à 120 €) 1.800 € (150 € pro Monat) 7.200 € (60 Std. à 120 €) Webflow und TYPO3: Annahme; WordPress: Mitte der Spanne 80 bis 200 € laut adfera
Summe pro Jahr 1.411 € 2.700 € 9.300 €
Laufend über 3 Jahre 4.234 € 8.100 € 27.900 €
Major-Upgrade (1 Mal) 0 € 0 € 10.000 € Untergrenze laut Pragma-Code
Erstellung (gleich angesetzt) 20.000 € 20.000 € 20.000 € Annahme
Gesamt über 3 Jahre 24.234 € 28.100 € 57.900 €

Szenario B: Alle bekommen dasselbe Wartungspaket (150 € pro Monat)

Posten über 3 Jahre Webflow WordPress
Plan, Localize, Seats 2.074 € 0 €
Hosting 0 € 900 €
Plugins 0 € 1.800 €
Wartungspaket 5.400 € 5.400 €
Laufend gesamt 7.474 € 8.100 €
Mit Erstellung (20.000 €) 27.474 € 28.100 €

Zwei Dinge lassen sich daraus ablesen. Erstens ist die Differenz zwischen Webflow und WordPress in Szenario B klein. Sie hängt fast nur an der Frage, wie viel Wartung du einplanst. Wenn ein Dienstleister dir sowohl für Webflow als auch für WordPress ein Betreuungspaket verkauft, verschwindet der Kostenvorteil der Plattform-Wartung weitgehend. Er bleibt dort, wo dein Team die Wartung wirklich selbst erledigt oder wo bei Webflow kaum Wartung anfällt. Zweitens liegt TYPO3 in beiden Rechnungen deutlich höher, getrieben von Hosting, Betreuungsaufwand und dem Major-Upgrade. Die Wartungsstunden für TYPO3 sind eine Annahme, andere Betreuungsmodelle führen zu anderen Zahlen.

Der Wechselkurs, die Seat-Zahl und die Wartungsstunden sind Eingaben. Ändere sie, und das Ergebnis ändert sich.

Wo das Ergebnis kippt

Fünf Stellschrauben drehen die Rechnung am stärksten:

  • Wartungsannahme. 6 Stunden pro Jahr für Webflow sind realistisch, wenn niemand Funktionen nachrüstet. Je mehr Fremddienste und Integrationen, desto mehr Pflege.
  • Anzahl der Plugins. 5 gut gepflegte Plugins sind etwas anderes als 25. Jedes zusätzliche Plugin erhöht den Wartungsaufwand und das Risiko.
  • Anzahl der Redakteure. Bei Webflow kosten Zugänge pro Monat, bei WordPress und TYPO3 nicht. Wer 15 Personen Inhalte pflegen lässt, rechnet anders als bei 2.
  • Sprachen. Bei Webflow zahlst du pro Sprachpaket, bei WordPress einmalige oder jährliche Plugin-Lizenzen, bei TYPO3 ist Mehrsprachigkeit Kernfunktion. Als Faustwert für den Aufschlag nennt ein Branchenartikel 40 bis 60 % des Website-Budgets je weiterer Sprache (Kolonell), das gilt aber für den Aufbau, nicht für den Betrieb.
  • Funktionslücken. Fehlt Webflow eine Funktion, brauchst du Apps, Fremddienste oder Code. Dieser Posten kann die Ersparnis bei der Wartung auffressen.

Rechne deshalb mit deinen eigenen Zahlen. Was ein Wartungsvertrag typischerweise umfasst, steht auf der Seite Website-Wartung.

PHP, Updates und IT-Aufwand

Die häufigste Frage aus IT-Teams: Was bedeutet der Betrieb für uns an Aufwand bei PHP-Versionen und Updates?

Bei WordPress und TYPO3 gehört PHP zum Betrieb. Jede PHP-Version hat einen festen Lebenszyklus: zwei Jahre aktive Unterstützung, danach zwei Jahre nur Sicherheitskorrekturen. Laut php.net (Stand 31.10.2026) endet der Sicherheitssupport für PHP 8.2 am 31.12.2026 und für PHP 8.3 am 31.12.2027. PHP 8.4 wird bis 31.12.2028 mit Sicherheitsupdates versorgt, PHP 8.5 bis 31.12.2029. Eine Seite, die auf PHP 8.2 läuft, braucht also in wenigen Wochen ein Upgrade, und Plugins oder Themes müssen mitkommen. Das ist planbar, aber es ist Arbeit: testen, Plugin-Kompatibilität prüfen, Stagingumgebung pflegen, ausrollen.

Bei Webflow gibt es dieses Thema für dich nicht. Webflow pflegt die Laufzeitumgebung. Was du prüfst, sind Funktionen deiner Seite, etwa Custom Code oder angebundene Dienste.

Der Aufwand für ein IT-Team lässt sich so zusammenfassen:

Aufgabe Webflow WordPress auf eigenem Server
Betriebssystem- und Webserver-Updates entfällt bei dir
PHP-Upgrade (alle 2 bis 4 Jahre) entfällt bei dir, mit Tests
WordPress-Core-Updates durch Webflow durch dich, kleine Updates oft automatisch
Plugin- und Theme-Updates entfällt, Apps separat laufend, je nach Zahl wöchentlich bis monatlich
Backup-Konzept durch Webflow, tägliche Sicherung bei dir
Monitoring und Sicherheitsmeldungen Plattform-Ebene durch Webflow bei dir
Zugriffsrechte und SSO Plan abhängig, Enterprise für SSO frei konfigurierbar

Wenn dein IT-Team ohnehin Server mit einem etablierten Update- und Backup-Prozess betreibt, ist ein WordPress-Server ein Eintrag mehr auf einer bestehenden Liste. Wenn es das nicht tut, ist Webflow die kleinere Last.

Datenschutz im Betrieb

Datenschutz ist keine Entscheidung zwischen "sicher" und "unsicher", sondern zwischen verschiedenen Pflichten.

Webflow: Webflow Inc. sitzt in den USA. In den Datenschutzbedingungen verweist das Unternehmen auf Standardvertragsklauseln der EU für Übermittlungen in Länder ohne Angemessenheitsbeschluss und nennt AWS-Rechenzentren in mehreren Regionen. Wo genau Daten liegen, nennt das Dokument nicht (Webflow DPA). Für Unternehmen mit der Vorgabe "nur Server in Deutschland oder der EU" ist das ein klarer Prüfpunkt.

WordPress auf eigenem Server: Du bestimmst den Standort und hast den Auftragsverarbeitungsvertrag mit deinem Hoster. Dafür bist du für Updates, Protokolle und Löschfristen verantwortlich.

Für beide gilt: Cookie-Einwilligung und Tracking sind eine eigene Aufgabe. Nach § 25 TDDDG braucht das Speichern von Informationen im Endgerät grundsätzlich eine Einwilligung (Gesetze im Internet). Das lösen weder Webflow noch WordPress allein. Eine Übersicht zu Werkzeugen findest du im Blogartikel DSGVO-konforme Website-Tools. Rechtsfragen klärst du mit deiner Datenschutzbeauftragten oder einem Anwalt, dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.

Wann WordPress auf eigenem Server besser ist

In diesen Fällen ist WordPress auf eigenem Server oft die bessere Wahl.

  • Deine IT betreibt ohnehin Server und hat Prozesse dafür. Dann entstehen kaum Zusatzkosten, und du behältst Backup, Monitoring und Zugriff im eigenen Haus.
  • Es gelten harte Vorgaben zu Standort oder Netzzugang. Dazu zählen interne Richtlinien, Branchenvorgaben, geschlossene Netze oder die Pflicht, dass Systeme innerhalb eines Intranets oder hinter bestimmten Firewalls laufen. Das ist in IT-nahen Unternehmen und in sicherheitssensiblen Branchen wie der Luftfahrt eine reale Anforderung, siehe Luftfahrt.
  • Du brauchst Funktionen, die über ein Website-Baukastensystem hinausgehen. Tiefe Integrationen in interne Systeme, komplexe Rechte- und Rollenmodelle, Mitgliederbereiche oder Millionen Datensätze sind auf WordPress mit eigener Entwicklung leichter lösbar.
  • Die Seite hat sehr viele Inhalte. Das CMS von Webflow ist im Premium-Plan auf 20.000 Items begrenzt, mehr braucht einen Enterprise-Plan oder eine andere Architektur.
  • Du hast bereits ein funktionierendes WordPress-Setup. Wenn Plugins, Redaktionsprozesse und Hosting sauber laufen, spricht nichts für einen Wechsel nur aus Kostengründen. Der Wechsel selbst ist ein Projekt mit Risiken, siehe CMS-Migration Checkliste.
  • Dein Team hat WordPress-Know-how und kein Interesse an einem neuen System. Einarbeitungszeit ist ein echter Kostenfaktor.
  • Du willst den Datenbestand und die Infrastruktur selbst kontrollieren, zum Beispiel wegen Exit-Szenarien. Webflow-Seiten lassen sich wechseln, aber das ist ein Umzugsprojekt. Wie das aussieht, beschreibt die Seite Webflow zu WordPress.

Der gemeinsame Nenner: Wenn die Kontrolle über Infrastruktur und Code für dich ein Muss ist, bezahlst du sie mit Betriebsaufwand, und das ist eine legitime Entscheidung.

Wann Webflow oder TYPO3 besser passt

Webflow passt, wenn Marketing und Redaktion die Seite eigenständig pflegen sollen, kein IT-Team Server betreuen will, die Seite einige Dutzend bis wenige hundert Seiten umfasst und du planbare Fixkosten schätzt. Typisch sind Unternehmenswebsites in Beratung, IT, Industrie und Immobilien.

TYPO3 passt, wenn mehrere Redaktionen mit Rechten, Workflows und Sprachen arbeiten, eine Extension-Landschaft existiert oder Behörden- und Konzernvorgaben TYPO3 verlangen. Rechne dann mit einem höheren Betrieb.

Eine Hybridlösung ist möglich: Marketing-Website in Webflow, Produktbereich oder Portal auf eigener Infrastruktur. Das verschiebt die Frage von "welches System" zu "welche Teile wohin".

Situation Eher Webflow Eher WordPress Eher TYPO3
Kleines Marketing-Team, keine IT-Kapazität ja nur mit Betreuungspaket nein
IT betreibt Server, klare Update-Prozesse möglich ja ja
Strikte Vorgaben zu Hosting-Standort prüfen ja ja
Große Redaktion mit Rollen und Mandanten eingeschränkt möglich ja
Sehr viele Inhalte oder Datensätze Enterprise nötig ja ja
Planbare Fixkosten wichtig ja mit Paket schwieriger

Wie wir das umsetzen

Webwavers ist Webflow Premium Partner und setzt auch WordPress, TYPO3 und Headless-Lösungen um. Wir haben also ein Eigeninteresse, das wir offen nennen. Deshalb beraten wir ohne Systemvorgabe: Wir klären im Erstgespräch, wer die Seite später pflegt, welche Vorgaben deine IT macht und welche Funktionen nötig sind, und empfehlen dann das System. Laut unserer Prozessseite ist das Erstgespräch unverbindlich, am Anfang steht ein Onboarding mit 34 Strategiefragen, und beim Launch gibt es eine persönliche Einschulung, damit dein Team Inhalte selbst pflegen kann. Eine neutrale Einordnung bekommst du über die Plattformberatung. Unsere Umsetzungsseiten: Webflow-Agentur und WordPress-Agentur.

Nächster Schritt: Schreib uns über die Kontaktseite, was dein IT-Team vorgibt und wer die Seite pflegen soll. Daraus ergibt sich meist schon, welches System passt.

Konzeptarbeit bei Webwavers am Schreibtisch
Konzeptarbeit bei Webwavers am Schreibtisch.

Häufige Fragen

Ist Webflow mit Hosting und Lizenzen auf Dauer teurer als WordPress mit eigenem Hosting?

Nicht grundsätzlich. Im Rechenbeispiel oben liegt Webflow über drei Jahre bei Betrieb ohne Wartungspaket unter WordPress, mit identischem Wartungspaket sind beide nah beieinander. Webflow-Pläne und Zugänge kosten laufend, WordPress-Hosting, Plugins und Wartung ebenso. Entscheidend ist, wie viel Wartung du ansetzt und welche Zusatzfunktionen du brauchst.

Webflow oder WordPress, welches CMS macht im laufenden Betrieb weniger Wartungsaufwand?

Webflow, weil Hosting, Plattform-Updates und Absicherung beim Anbieter liegen. Bei WordPress musst du PHP-Version, Core, Themes und Plugins pflegen. Der Aufwand sinkt bei WordPress, wenn du wenige, gut gepflegte Plugins einsetzt, und steigt bei Webflow, wenn du viele Fremddienste und Custom Code anbindest.

Webflow mit integriertem Hosting oder WordPress auf eigenem Server: Was bedeutet für unser IT-Team weniger Aufwand bei PHP-Versionen und Updates?

Bei Webflow fällt PHP-Pflege komplett weg. Bei WordPress auf eigenem Server liegen PHP-Upgrades, Datenbank, Core-, Theme- und Plugin-Updates bei dir. Nach php.net endet der Sicherheitssupport für PHP 8.2 am 31.12.2026 und für PHP 8.3 am 31.12.2027, solche Termine musst du einplanen.

Womit ist eine DSGVO-konforme Firmenwebsite einfacher umzusetzen, mit Webflow oder mit WordPress auf einem deutschen Server?

Mit WordPress auf deutschem Server ist der Standort leichter belegbar, du trägst aber mehr Betriebspflichten. Webflow verweist auf Standardvertragsklauseln und AWS-Rechenzentren, nennt aber keinen festen Standort. Cookie-Einwilligung und Tracking musst du in beiden Systemen selbst sauber lösen. Bei strikten Standortvorgaben ist WordPress auf eigenem Server die sicherere Wahl.

Was kostet eine TYPO3-Website im Unterhalt?

Dafür gibt es keine belastbare Marktspanne. Ein Anbieter nennt 150 bis 600 € pro Monat für monolithisches Hosting und 10.000 bis 45.000 € pro Major-Upgrade. Dazu kommen Wartung und Extensions. TYPO3 liegt im Betrieb in aller Regel über WordPress und Webflow.

Gibt es bei Webflow Grenzen, die den Betrieb teurer machen?

Ja. Das CMS im Premium-Plan fasst 20.000 Items in 40 Collections, Bandbreite wird in Stufen gebucht, Mehrsprachigkeit und zusätzliche Zugänge kosten extra. Für viele Unternehmenswebsites reicht das, für Portale mit sehr vielen Datensätzen nicht.

Wann lohnt sich ein Wechsel von WordPress zu Webflow aus Kostensicht?

Wenn der Betrieb heute viel Zeit frisst, Plugins regelmäßig Probleme machen und niemand im Haus WordPress sicher pflegt. Rechne den Wechsel als Projekt mit Einmalkosten und Risiko (Weiterleitungen, Tracking, Formulare) und vergleiche ihn mit den jährlichen Einsparungen. Die Schritte stehen in der CMS-Migration Checkliste.

Fazit

Der Betrieb entscheidet über die wahren Kosten einer Website. Webflow nimmt dir Server, Updates und Absicherung ab und macht die Kosten planbar. WordPress auf eigenem Server gibt dir Kontrolle und ist die richtige Wahl, wenn deine IT Server ohnehin betreibt oder harte Vorgaben gelten. TYPO3 lohnt sich für große Redaktionen. Rechne mit deinen eigenen Annahmen, trenne Lizenz, Hosting, Erweiterungen, Wartung und Änderungsaufwand, und entscheide dann.

Veröffentlicht am 31.10.2026 von Edip Kilinc, Gründer von Webwavers. Zuletzt aktualisiert am 31.10.2026. Preis- und Limitangaben von Webflow: Stand 31.10.2026, bitte vor Entscheidungen auf der Anbieterseite prüfen.

Quellen

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