Agentur, Freelancer oder Baukasten: die ehrliche Entscheidungshilfe


Kernaussagen
- Die Entscheidung hängt nicht am Budget, sondern daran, wie viel Verantwortung ihr selbst tragen wollt.
- Ein Baukasten ist keine billige Agentur: Er verlagert die Arbeit zu euch, statt sie zu ersparen.
- Freelancer sind bei klar umrissenen Aufgaben oft die beste Wahl und bei Dauerbetrieb die riskanteste.
- Die teuerste Variante ist die, bei der man zweimal anfängt.
Was die drei Wege wirklich kosten
Baukasten. 15 bis 50 Euro im Monat für das Werkzeug. Dazu die eigene Arbeitszeit: für eine ordentliche Unternehmenswebsite realistisch 40 bis 80 Stunden, verteilt über Wochen. Wer die eigene Stunde mit 60 Euro ansetzt, landet bei 2.400 bis 4.800 Euro, nur nicht als Rechnung.
Freelancer. 50 bis 120 Euro die Stunde, für eine Unternehmenswebsite meist 3.000 bis 12.000 Euro. Die Spanne erklärt sich weniger über Qualität als über Umfang: Konzept und Text inklusive oder nicht.
Agentur. 8.000 bis 40.000 Euro, je nach Umfang. Enthalten sind in der Regel Strategie, Konzept, Gestaltung, Umsetzung, Test und eine Einweisung, also Rollen, die beim Freelancer eine Person übernimmt und beim Baukasten ihr.
Die Zahlen sind nicht vergleichbar, weil sie unterschiedlich viel Arbeit abnehmen. Das ist der eigentliche Unterschied.
Die ehrlichste Rechnung
Baukasten. 15 bis 50 Euro im Monat für das Werkzeug. Dazu die eigene Arbeitszeit: für eine ordentliche Unternehmenswebsite realistisch 40 bis 80 Stunden, verteilt über Wochen. Wer die eigene Stunde mit 60 Euro ansetzt, landet bei 2.400 bis 4.800 Euro, nur nicht als Rechnung.
Freelancer. 50 bis 120 Euro die Stunde, für eine Unternehmenswebsite meist 3.000 bis 12.000 Euro. Die Spanne erklärt sich weniger über Qualität als über Umfang: Konzept und Text inklusive oder nicht.
Agentur. 8.000 bis 40.000 Euro, je nach Umfang. Enthalten sind in der Regel Strategie, Konzept, Gestaltung, Umsetzung, Test und eine Einweisung, also Rollen, die beim Freelancer eine Person übernimmt und beim Baukasten ihr.
Die Zahlen sind nicht vergleichbar, weil sie unterschiedlich viel Arbeit abnehmen. Das ist der eigentliche Unterschied.
Wann ein Baukasten die richtige Wahl ist
Ein Baukasten ist keine Notlösung. Er ist die richtige Wahl unter bestimmten Bedingungen.
Es passt, wenn ihr wenige Seiten braucht, wenn jemand im Haus Zeit und Lust hat, wenn die Website vor allem eine seriöse Präsenz sein soll und wenn Anfragen hauptsächlich über Empfehlung kommen.
Es passt nicht, wenn die Website Anfragen erzeugen soll, wenn ihr in einem umkämpften Markt sichtbar werden müsst, wenn mehrere Personen Inhalte pflegen oder wenn Individualität Teil der Positionierung ist.
Der typische Fehler ist nicht, einen Baukasten zu wählen, sondern zu unterschätzen, dass das Werkzeug nur die technische Hälfte löst. Struktur, Texte, Bilder und die Frage, was auf welcher Seite steht, bleiben Arbeit, und genau daran scheitern die meisten Baukastenprojekte, nicht am Werkzeug.
Wer keine Zeit für Texte hat, hat mit einem Baukasten kein Budget gespart, sondern ein Projekt verschoben.
Wann ein Freelancer die beste Wahl ist
Freelancer sind unterschätzt. Bei klar umrissenen Aufgaben liefern sie oft schneller und persönlicher als eine Agentur, weil kein Koordinationsaufwand dazwischen liegt.
Es passt, wenn die Aufgabe klar ist, wenn ihr selbst weiß, was ihr wollt, wenn ihr Inhalte liefern könnt und wenn eine Person die Entscheidungen auf eurer Seite trifft.
Zwei Risiken gehören dazu.
Das erste ist Abhängigkeit. Wer krank wird, in Urlaub geht oder einen Vollzeitjob annimmt, ist nicht erreichbar, und es gibt keinen Kollegen, der übernimmt. Das trifft besonders den laufenden Betrieb.
Das zweite ist die Bandbreite. Eine Person, die gestaltet, entwickelt, textet und berät, ist in einem dieser Bereiche gut und in den anderen ausreichend. Welcher das ist, sollte man vorher wissen.
Beide Risiken lassen sich abfedern: Zugänge und Dateien gehören euch, die Dokumentation gehört zum Abschluss, und für Betreuung gibt es eine zweite Adresse.
Wann eine Agentur sich rechnet
Eine Agentur ist teurer, weil mehrere Rollen beteiligt sind. Das lohnt sich unter drei Bedingungen.
Wenn ihr nicht wisst, was ihr braucht. Der Wert liegt dann weniger in der Umsetzung als in der Phase davor: Positionierung, Struktur, Argumentation. Wer das selbst geklärt hat, zahlt dafür mit.
Wenn die Website ein Vertriebskanal ist. Sobald Anfragen daran hängen, rechnet sich der Unterschied schnell. Zwei zusätzliche Projekte im Jahr tragen ein Agenturprojekt.
Wenn Verlässlichkeit zählt. Fester Ansprechpartner, Vertretung, Erreichbarkeit, Haftung. Für Unternehmen mit Einkaufsprozessen ist das kein Luxus, sondern Voraussetzung.
Es lohnt sich nicht, wenn ihr eine reine Umsetzung braucht und alles Konzeptionelle schon steht. Dann zahlt ihr für Leistungen, die ihr nicht abrufen werdet.
Die Mischform, die selten genannt wird
Der vierte Weg wird selten angeboten, weil er sich schlecht verkauft: Konzept extern, Umsetzung intern.
Eine Agentur oder ein Berater erarbeitet Struktur, Seitenaufbau, Argumentation und Gestaltungsrichtung. Die Umsetzung übernehmt ihr in einem Baukasten oder mit einem Freelancer.
Das kostet einen Bruchteil eines Vollprojekts und löst genau den Teil, der intern am schwersten ist. Denn technisch bekommen die meisten Unternehmen eine Website hin. Woran sie scheitern, ist die Frage, was wo steht und warum.
Das funktioniert nicht bei komplexen Anforderungen und nicht, wenn intern niemand Zeit hat. Für ein Unternehmen mit zehn bis fünfzig Mitarbeitenden und einem überschaubaren Angebot ist es oft die wirtschaftlichste Variante.
Fragt danach. Die wenigsten bieten es von sich aus an.
Die Rechnung, die selten gemacht wird
Alle drei Wege haben eine Position, die nicht im Angebot steht: was passiert, wenn es nicht funktioniert.
Eine Website, die nach einem Jahr ersetzt werden muss, kostet nicht nur die zweite Umsetzung. Sie kostet ein Jahr entgangene Anfragen, die interne Zeit für beide Projekte und die Sichtbarkeit, die beim zweiten Umzug wieder eingesammelt werden muss.
Deshalb ist die entscheidende Frage nicht, was der günstigste Weg ist, sondern welcher am wahrscheinlichsten beim ersten Mal trägt.
Drei Anhaltspunkte:
Wie klar ist eure Vorstellung? Je unklarer, desto mehr spricht für externe Konzeptarbeit.
Wie viel Zeit habt ihr wirklich? Nicht theoretisch, sondern neben dem Tagesgeschäft.
Was hängt an der Website? Repräsentation oder Umsatz.
Bei Repräsentation und klarer Vorstellung reicht ein Baukasten. Bei Umsatz und unklarer Vorstellung ist alles andere eine teure Abkürzung.
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