Webdesign-Kosten: Preisspannen, Treiber und ein Rechenbeispiel


Key takeaways
- Webdesign-Kosten setzen sich aus sechs Posten zusammen. Nur zwei davon haben mit Gestaltung zu tun.
- Zwei Angebote für dasselbe Projekt können sich um den Faktor fünf unterscheiden, ohne dass eines falsch kalkuliert ist.
- Der Stundensatz sagt wenig aus. Entscheidend ist, wie viele Stunden kalkuliert sind und wofür.
- Wer den Preis senken will, reduziert Seitentypen und Sonderfunktionen, nicht die Qualität der Umsetzung.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Webdesign wird oft als ein Posten gedacht: „die Website“. Tatsächlich sind es sechs, und sie verhalten sich sehr unterschiedlich.
1. Konzept und Struktur. Ziele klären, Seitenbaum entwickeln, Suchbegriffe zuordnen. 8 bis 15 Prozent der Gesamtsumme. Der Posten, der am häufigsten gestrichen wird und am teuersten nachzuholen ist.
2. Gestaltung. Entwürfe für die unterschiedlichen Seitentypen, Abstimmungsrunden, Gestaltungsraster. 25 bis 35 Prozent.
3. Umsetzung. Der Bau der Seiten, mobile Anpassung, Pflegemöglichkeit, Tests. 30 bis 40 Prozent.
4. Inhalte. Texte, Bildauswahl, Bildbearbeitung. 0 bis 40 Prozent, die größte Schwankung im ganzen Projekt.
5. Technik und Migration. Weiterleitungen, Datenübernahme, Schnittstellen. 5 bis 20 Prozent.
6. Livegang und Einweisung. Tests, Übergabe, Schulung. 5 bis 10 Prozent.
Wer zwei Angebote vergleicht, sollte sie auf diese sechs Posten herunterbrechen. Fast immer zeigt sich dann, dass eines davon einen kompletten Posten nicht enthält.
Die Frage, die Angebote vergleichbar macht
Webdesign wird oft als ein Posten gedacht: „die Website“. Tatsächlich sind es sechs, und sie verhalten sich sehr unterschiedlich.
1. Konzept und Struktur. Ziele klären, Seitenbaum entwickeln, Suchbegriffe zuordnen. 8 bis 15 Prozent der Gesamtsumme. Der Posten, der am häufigsten gestrichen wird und am teuersten nachzuholen ist.
2. Gestaltung. Entwürfe für die unterschiedlichen Seitentypen, Abstimmungsrunden, Gestaltungsraster. 25 bis 35 Prozent.
3. Umsetzung. Der Bau der Seiten, mobile Anpassung, Pflegemöglichkeit, Tests. 30 bis 40 Prozent.
4. Inhalte. Texte, Bildauswahl, Bildbearbeitung. 0 bis 40 Prozent, die größte Schwankung im ganzen Projekt.
5. Technik und Migration. Weiterleitungen, Datenübernahme, Schnittstellen. 5 bis 20 Prozent.
6. Livegang und Einweisung. Tests, Übergabe, Schulung. 5 bis 10 Prozent.
Wer zwei Angebote vergleicht, sollte sie auf diese sechs Posten herunterbrechen. Fast immer zeigt sich dann, dass eines davon einen kompletten Posten nicht enthält.
Warum derselbe Auftrag 4.000 oder 25.000 Euro kostet
Ein Beispiel, das in der Praxis ständig vorkommt. Ein Unternehmen holt drei Angebote für „eine neue Website mit zehn Seiten“ ein und bekommt 4.200, 11.800 und 24.500 Euro.
Alle drei sind korrekt kalkuliert. Sie beschreiben nur drei verschiedene Projekte:
4.200 Euro: Eine gekaufte Vorlage wird angepasst. Inhalte kommen vollständig vom Kunden, inklusive Bilder. Kein Konzept, keine Struktur, keine Suchmaschinenarbeit. Zwei Korrekturrunden.
11.800 Euro: Individuelles Design für drei Seitentypen, Inhalte vom Kunden mit Feinschliff, Grundlagen für Suchmaschinen, Weiterleitungen. Der solide Mittelweg.
24.500 Euro: Konzeptphase mit Zieldefinition und Keyword-Recherche, individuelles Design für sechs Seitentypen, acht Seiten Text von der Agentur, Migration eines Blogs, Einweisung des Teams.
Der Unterschied liegt nicht in der Qualität der Handwerker, sondern im Leistungsumfang. Und dieser Umfang steht selten so klar im Angebot, dass man ihn beim Querlesen erkennt.
Der Stundensatz ist die falsche Frage
Fast jeder Vergleich beginnt beim Stundensatz. Das ist verständlich und führt trotzdem in die Irre.
Eine Agentur mit 140 Euro Stundensatz, die für eine Leistungsseite drei Stunden braucht, ist günstiger als eine mit 80 Euro, die acht Stunden braucht. Der Stundensatz beschreibt den Preis pro Zeiteinheit, nicht den Preis pro Ergebnis.
Aussagekräftiger sind zwei andere Zahlen: wie viele Stunden insgesamt kalkuliert sind und wie sie sich auf die sechs Posten verteilen. Ein Angebot, das 60 Prozent der Stunden in die Umsetzung legt und nichts ins Konzept, wird ein anderes Ergebnis liefern als eines, das 20 Prozent vorne investiert.
Realistische Stundensätze 2026 in Deutschland: Freelancer 60 bis 110 Euro. Kleinere und mittlere Agenturen 90 bis 160 Euro. Netzwerkagenturen 150 bis 250 Euro. Deutlich darunter bedeutet fast immer Auslagerung oder wenig Erfahrung.
Was den Preis nach oben treibt
Vier Dinge verteuern ein Webprojekt überproportional. Wer sie kennt, kann früh entscheiden, ob sie das Geld wert sind.
Unklare Anforderungen. Der teuerste Faktor überhaupt. Wenn während des Projekts Seiten dazukommen, Strukturen sich ändern oder neue Entscheider auftauchen, entstehen Mehrfachschleifen. Jede Nachbesserung kostet mehr als die ursprüngliche Arbeit.
Zu viele Entscheider. Feedback von fünf Personen mit unterschiedlichen Vorstellungen erzeugt Abstimmungsrunden, die niemand kalkuliert hat. Eine entscheidungsbefugte Person spart mehr Geld als jede Verhandlung über den Stundensatz.
Sonderfunktionen. Konfiguratoren, Rechner, Filter, Buchungen, Kundenbereiche. Jede dieser Funktionen ist ein eigenes kleines Softwareprojekt mit eigener Testphase.
Späte Inhalte. Wenn Texte erst nach dem Design kommen, wird das Design zweimal gemacht. Das ist der häufigste vermeidbare Mehraufwand im gesamten Projektverlauf.
Wo du sinnvoll sparst und wo nicht
Sinnvoll sparen:
Bei der Anzahl der Seitentypen. Wer statt acht Mustern fünf baut, spart einen erheblichen Teil von Gestaltung und Umsetzung, ohne dass die Website weniger kann.
Bei den Texten. Fachinhalte intern schreiben, extern nur strukturieren und schärfen lassen. Das ist meist die beste Kombination aus Kosten und Ergebnis.
Bei Funktionen, die in Phase zwei passen. Blogbereich, Karriereseite, zweite Sprache: alles nachrüstbar, wenn die Struktur von Anfang an dafür angelegt ist.
Nicht sparen:
An der Konzeptphase. Das ist der Posten mit dem größten Hebel und dem geringsten Anteil an der Summe. Wer hier kürzt, baut eine Website, die niemand gefunden hat.
An den Weiterleitungen. Bei einem Relaunch ist das der Punkt, an dem man Rankings verliert, die über Jahre entstanden sind. Die Ersparnis liegt im dreistelligen Bereich, der Schaden im fünfstelligen.
An der mobilen Umsetzung. Der Großteil der Besucher kommt mobil. Eine Seite, die dort hakt, macht jede andere Investition wirkungslos.
Ein Rechenbeispiel zum Nachrechnen
Dienstleistungsunternehmen, 25 Mitarbeitende, zwölf Seiten, vier Seitentypen, Inhalte zur Hälfte extern.
| Posten | Stunden | Satz | Summe |
|---|---|---|---|
| Konzept und Struktur | 14 | 120 € | 1.680 € |
| Gestaltung, 4 Seitentypen | 38 | 120 € | 4.560 € |
| Umsetzung, 12 Seiten | 46 | 110 € | 5.060 € |
| Texte, 6 Seiten | 24 | 110 € | 2.640 € |
| Weiterleitungen und Migration | 9 | 110 € | 990 € |
| Tests, Livegang, Einweisung | 11 | 110 € | 1.210 € |
| Gesamt | 142 | 16.140 € |
Das ist eine typische Kalkulation im Mittelfeld. Sie zeigt zwei Dinge: Die Gestaltung macht knapp 30 Prozent aus, nicht die Hälfte. Und 142 Stunden sind rund vier Arbeitswochen Vollzeit, verteilt über drei bis vier Monate Projektlaufzeit.
Wer ein Angebot bekommt, das für dasselbe Projekt 40 Stunden ansetzt, sollte fragen, welche Posten darin fehlen.
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