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Keyword-Recherche für B2B ohne großes Tool-Budget

Suchbegriffe finden, die kaum Volumen haben und trotzdem Aufträge bringen.

Veröffentlicht:

28. September 2026

Aktualisiert:

29. September 2026

5 Min.

Lesezeit

Gläserne Suchleiste mit Lupe und schwebenden Suchbegriff-ChipsGläserne Suchleiste mit Lupe und schwebenden Suchbegriff-Chips

Kernaussagen

  • Im B2B sind die wertvollsten Suchbegriffe die mit dem kleinsten Volumen.
  • Die Search Console ist die beste kostenlose Keyword-Quelle, und die einzige mit euren echten Daten.
  • Vier kostenlose Quellen reichen für eine belastbare Liste, bevor irgendein Werkzeug nötig wird.
  • Ein Begriff ohne erkennbare Absicht ist kein Keyword, sondern ein Wort.

Warum Volumen im B2B in die Irre führt

Im B2C ist Suchvolumen ein brauchbarer Anhaltspunkt: viele Suchen, viele mögliche Käufer. Im B2B stimmt das nicht.

Ein Begriff wie Webdesign hat ein hohes Volumen und bringt Studierende, Neugierige und Wettbewerber. Ein Begriff wie Webdesign Agentur für Maschinenbau hat vielleicht zwanzig Suchen im Monat, und jede davon kann ein fünfstelliges Projekt sein.

Dazu kommt die Zahl der Kunden, die ihr überhaupt braucht. Ein Dienstleister mit einem durchschnittlichen Projektwert von 15.000 Euro braucht keine tausend Besucher im Monat. Er braucht zwanzig richtige.

Daraus folgt eine andere Bewertung: Statt nach Volumen zu sortieren, sortiert nach Kaufnähe. Ein Begriff, bei dem jemand vergleicht, kalkuliert oder auswählt, ist mehr wert als zehn, bei denen jemand sich informiert.

Als Faustregel: Alles mit einem Zusatz (eine Branche, eine Region, ein Anwendungsfall, ein Vergleich, ein Preis) ist im B2B wertvoller als der Grundbegriff.

Die wertvollste Zeile in der Search Console

Im B2C ist Suchvolumen ein brauchbarer Anhaltspunkt: viele Suchen, viele mögliche Käufer. Im B2B stimmt das nicht.

Ein Begriff wie Webdesign hat ein hohes Volumen und bringt Studierende, Neugierige und Wettbewerber. Ein Begriff wie Webdesign Agentur für Maschinenbau hat vielleicht zwanzig Suchen im Monat, und jede davon kann ein fünfstelliges Projekt sein.

Dazu kommt die Zahl der Kunden, die ihr überhaupt braucht. Ein Dienstleister mit einem durchschnittlichen Projektwert von 15.000 Euro braucht keine tausend Besucher im Monat. Er braucht zwanzig richtige.

Daraus folgt eine andere Bewertung: Statt nach Volumen zu sortieren, sortiert nach Kaufnähe. Ein Begriff, bei dem jemand vergleicht, kalkuliert oder auswählt, ist mehr wert als zehn, bei denen jemand sich informiert.

Als Faustregel: Alles mit einem Zusatz (eine Branche, eine Region, ein Anwendungsfall, ein Vergleich, ein Preis) ist im B2B wertvoller als der Grundbegriff.

Die vier kostenlosen Quellen

1. Google Search Console. Die wichtigste, weil sie eure echten Daten zeigt. Unter Leistung seht ihr, für welche Suchanfragen ihr bereits Impressionen bekommt. Besonders interessant: Begriffe mit vielen Impressionen und wenigen Klicks. Dort rankt ihr schon, nur mit der falschen Seite oder dem falschen Titel.

2. Die Suche selbst. Gebt euren Hauptbegriff ein und schaut auf die Vorschläge beim Tippen, auf den Kasten mit weiteren Fragen und auf die verwandten Suchanfragen am Seitenende. Das sind echte Formulierungen echter Menschen.

3. Eure eigenen Anfragen. Lest die letzten dreißig E-Mails von Interessenten und notiert, welche Worte sie verwenden. Das ist die ehrlichste Quelle überhaupt, weil sie die Sprache eurer Kunden enthält, nicht die eurer Branche.

4. Die Wettbewerber. Schaut euch die Navigationen und Seitentitel der drei relevantesten an. Welche Themen haben eine eigene Seite? Das ist eine Landkarte dessen, was in eurem Markt gesucht wird.

Wie man Begriffe nach Absicht sortiert

Ein Begriff allein sagt wenig. Die Absicht dahinter entscheidet, welche Seite dazu gehört.

Informationssuche. Was ist ein Headless CMS. Jemand will verstehen. Passende Antwort: ein Beitrag. Bringt selten direkt eine Anfrage, baut aber Vertrauen und wird in KI-Antworten zitiert.

Vergleich. Webflow oder WordPress. Jemand grenzt ein. Passende Antwort: ein Vergleichsartikel. Im B2B eines der wertvollsten Formate, weil die Kaufentscheidung schon begonnen hat.

Anbietersuche. Webdesign Agentur B2B. Jemand sucht jemanden. Passende Antwort: eine Leistungsseite, keine Blogseite.

Markensuche. Euer Firmenname. Jemand kennt euch schon. Passende Antwort: die Startseite, und sie sollte überzeugen.

Der häufigste Fehler ist, auf eine Anbietersuche mit einem Blogbeitrag zu antworten. Wer eine Agentur sucht, will keine Erklärung lesen, sondern einen Anbieter sehen. Google merkt das an der Rücksprungrate.

Die Liste, die daraus entsteht

Aus den vier Quellen wird eine Tabelle mit fünf Spalten:

Begriff: wie gesucht wird, nicht wie ihr es nennt.

Absicht: Information, Vergleich, Anbietersuche, Marke.

Zielseite: welche vorhandene Seite antwortet darauf, oder welche fehlt.

Aktuelle Position: aus der Search Console, falls vorhanden.

Priorität: nach Kaufnähe, nicht nach Volumen.

Zwei Regeln halten die Liste brauchbar.

Ein Begriff, eine Seite. Zwei Seiten für dasselbe Thema konkurrieren gegeneinander, und Google wählt eine aus, meist nicht die, die ihr wollt.

Kein Begriff ohne Zielseite. Wenn keine Seite passt, ist das kein Keyword, sondern eine Aufgabe: eine Seite fehlt.

Fünfzehn bis dreißig Begriffe reichen für den Anfang. Wer mit zweihundert startet, arbeitet keinen davon ab.

Was die Search Console zeigt, das kein Werkzeug kennt

Drei Auswertungen lohnen sich besonders, weil sie nur mit euren eigenen Daten möglich sind.

Viele Impressionen, kaum Klicks. Ihr seid sichtbar, aber niemand klickt. Ursache ist fast immer der Titel oder die Beschreibung, oder die falsche Seite rankt. Das ist der schnellste Hebel überhaupt, weil das Ranking schon da ist.

Position 8 bis 20. Diese Begriffe sind in Reichweite. Eine überarbeitete Seite bringt sie oft auf die erste Seite. Ein Begriff auf Position 40 ist dagegen weit entfernt.

Begriffe, die euch überraschen. Fast jede Website rankt für Dinge, die niemand geplant hat. Manchmal steckt darin ein Thema, das ihr unterschätzt habt, das eine eigene Seite verdient.

Dazu ein praktischer Hinweis: Filtert nach Land und nach Suchtyp Web. Sonst mischen sich Bildersuche und internationale Impressionen hinein und verzerren die Werte.

Wann ein kostenpflichtiges Werkzeug sinnvoll wird

Für die erste Liste braucht es keins. Sinnvoll wird eines ab drei Situationen.

Wenn ihr wissen wollt, wofür Wettbewerber ranken, die ihr selbst nicht überblickt. Das ist der stärkste Grund, weil es Lücken zeigt.

Wenn ihr Positionen über Zeit verfolgen wollt. Die Search Console zeigt Durchschnittspositionen, die durch Schwankungen unscharf werden. Ein Rank Tracker misst definierte Begriffe täglich.

Wenn die Website groß genug ist, dass eine Übersicht von Hand nicht mehr geht, ab etwa hundert Seiten.

Was ein Werkzeug nicht liefert: die Einschätzung, welche Begriffe zu eurem Geschäft passen. Suchvolumen und Schwierigkeitswerte sind Schätzungen, teils mit erheblichen Abweichungen. Sie helfen beim Sortieren, nicht beim Entscheiden.

Wer heute ohne Werkzeug startet, verliert nichts, solange er die Search Console tatsächlich nutzt.

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