Woran du eine gute B2B-Webdesign-Agentur erkennst


Kernaussagen
- Ranglisten, in denen der Autor selbst auf Platz eins steht, sind keine Auswahlhilfe. Sie sind Werbung.
- Zwölf Kriterien reichen, um Anbieter vergleichbar zu machen. Sechs davon prüfst du vor dem ersten Gespräch.
- Die aussagekräftigste Frage ist nicht, was jemand kann, sondern was er ablehnt.
- Ein Angebot, das mehr Fragen stellt als es beantwortet, ist fast immer das bessere.
Was du vor dem ersten Gespräch prüfen kannst
Sechs Dinge lassen sich in zwanzig Minuten und ohne Kontakt beurteilen.
Die eigene Website. Sie ist die einzige Arbeitsprobe, die vollständig in der Kontrolle der Agentur liegt. Lädt sie schnell? Funktioniert sie am Telefon? Steht dort etwas Konkretes oder nur Adjektive?
Referenzen mit Substanz. Nicht Logowände, sondern Projekte mit Ausgangslage, Vorgehen und Ergebnis. Wenn nirgends steht, was in einem Projekt tatsächlich passiert ist, gibt es dafür meist einen Grund.
Branchennähe. Nicht zwingend dieselbe Branche, aber vergleichbare Komplexität. Wer bisher nur Einzelhandel gemacht hat, versteht einen Kaufprozess mit drei Entscheidern nicht automatisch.
Bewertungen mit Quelle. Google, Sortlist, Provenexpert: prüfbar und mit Datum. Zitate ohne Nachname und Unternehmen sagen nichts.
Beständigkeit. Wie lange gibt es die Agentur? Wie groß ist das Team? Bei einer Einzelperson ist der Ausfall ein echtes Risiko, das man bewusst eingehen kann, aber eben bewusst.
Fachliche Spuren. Schreibt die Agentur über ihr Fach? Wer regelmäßig erklärt, wie er arbeitet, hat in der Regel eine Methode.
Die Frage, die am meisten verrät
Sechs Dinge lassen sich in zwanzig Minuten und ohne Kontakt beurteilen.
Die eigene Website. Sie ist die einzige Arbeitsprobe, die vollständig in der Kontrolle der Agentur liegt. Lädt sie schnell? Funktioniert sie am Telefon? Steht dort etwas Konkretes oder nur Adjektive?
Referenzen mit Substanz. Nicht Logowände, sondern Projekte mit Ausgangslage, Vorgehen und Ergebnis. Wenn nirgends steht, was in einem Projekt tatsächlich passiert ist, gibt es dafür meist einen Grund.
Branchennähe. Nicht zwingend dieselbe Branche, aber vergleichbare Komplexität. Wer bisher nur Einzelhandel gemacht hat, versteht einen Kaufprozess mit drei Entscheidern nicht automatisch.
Bewertungen mit Quelle. Google, Sortlist, Provenexpert: prüfbar und mit Datum. Zitate ohne Nachname und Unternehmen sagen nichts.
Beständigkeit. Wie lange gibt es die Agentur? Wie groß ist das Team? Bei einer Einzelperson ist der Ausfall ein echtes Risiko, das man bewusst eingehen kann, aber eben bewusst.
Fachliche Spuren. Schreibt die Agentur über ihr Fach? Wer regelmäßig erklärt, wie er arbeitet, hat in der Regel eine Methode.
Die sechs Fragen im Erstgespräch
1. Was würden Sie an unserer aktuellen Website zuerst ändern? Eine gute Antwort ist konkret und benennt eine Priorität. Eine schlechte lobt zuerst und weicht dann aus.
2. Wie viele Seitentypen kalkulieren Sie, und warum diese? Wer darauf keine Antwort hat, hat das Projekt nicht durchdacht.
3. Wer schreibt die Texte? Die Antwort entscheidet über einen erheblichen Teil des Preises und über das Ergebnis.
4. Was passiert mit unseren bisherigen URLs? Wenn hier nichts von Weiterleitungen kommt, fehlt ein zentraler Baustein.
5. Was kostet der Betrieb im ersten Jahr nach dem Launch? Die Antwort zeigt, ob jemand an die Zeit nach dem Projekt denkt.
6. Welche Projekte lehnen Sie ab? Die aufschlussreichste Frage überhaupt. Wer alles macht, hat keine Haltung. Eine klare Antwort zeigt Spezialisierung und Selbsteinschätzung.
Die Warnsignale
Sechs Muster, bei denen Vorsicht angebracht ist.
Ein Preis im Erstgespräch, ohne Rückfragen. Wer ohne Kenntnis von Umfang, Inhalten und Migration eine Zahl nennt, nennt eine Zahl, die später steigt.
Garantien für Rankings. Niemand kann Platzierungen garantieren. Wer es tut, verkauft entweder Unsinn oder meint Begriffe, nach denen niemand sucht.
Kein Wort über Ziele. Wenn im ganzen Gespräch nicht gefragt wird, was die Website erreichen soll, wird das Ergebnis danach aussehen.
Nur Design im Portfolio. Schöne Bilder ohne Angabe, was das Projekt bewirkt hat. Das ist kein Ausschlusskriterium, aber es verschiebt das Risiko zu dir.
Vertragslaufzeiten ohne Ausstieg. Besonders bei „Website für 99 Euro im Monat“-Modellen. Rechne die Laufzeit einmal durch und prüfe, wem die Seite am Ende gehört.
Kein direkter Kontakt zu den Umsetzenden. Wenn ausschließlich mit dem Vertrieb gesprochen wird, weißt du nicht, wer tatsächlich arbeitet.
Die Größenfrage: Freelancer, kleine Agentur, große Agentur
Alle drei funktionieren, für unterschiedliche Aufgaben.
Freelancer. Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis, direkter Draht, hohe Flexibilität. Voraussetzung: Du übernimmst die Projektleitung und kannst mit dem Risiko leben, dass eine Person ausfällt. Gut für klar umrissene Projekte mit klarem Briefing.
Kleine bis mittlere Agentur. Mehrere Disziplinen unter einem Dach, Projektleitung inklusive, Ausfall abgefedert. Der übliche Weg für Mittelstandsprojekte zwischen 15.000 und 50.000 Euro.
Große Agentur oder Netzwerk. Strategische Tiefe, Erfahrung mit komplexen Organisationen, belastbare Prozesse. Dafür höhere Kosten, längere Wege und oft wechselnde Ansprechpartner. Sinnvoll ab Projektgrößen, bei denen Abstimmung selbst zur Aufgabe wird.
Die Entscheidung sollte nicht über Sympathie fallen, sondern über die Frage: Wie viel Projektleitung kannst und willst du selbst übernehmen?
Was der Vertrag regeln muss
Vier Punkte, die vor Projektbeginn schriftlich geklärt sein sollten, und die im Streitfall den Unterschied machen.
Nutzungsrechte. Wem gehören Design, Code und Inhalte nach Projektende? Die Antwort sollte „euch“ lauten, uneingeschränkt und zeitlich unbegrenzt.
Zugänge. Wer hat Zugriff auf Domain, Hosting und CMS? Ihr solltet in jedem Fall eigene Zugänge mit vollen Rechten haben, nicht erst, wenn es Streit gibt.
Korrekturrunden. Wie viele sind enthalten, was kostet eine weitere? Das ist der häufigste Nachtragsposten überhaupt.
Abnahme und Gewährleistung. Wann gilt das Projekt als abgenommen, und wie lange werden Fehler kostenfrei behoben? Üblich sind sechs bis zwölf Monate für Mängel an der Umsetzung.
Keiner dieser Punkte ist ungewöhnlich. Wer bei allen vieren ausweicht, sagt damit etwas aus.
Wie du am Ende entscheidest
Wenn zwei oder drei Anbieter fachlich vergleichbar sind, hilft die reine Kriterienliste nicht mehr weiter. Dann entscheiden zwei Dinge.
Widerspricht die Agentur dir? Ein Anbieter, der jede Idee gut findet, wird im Projekt nicht plötzlich anfangen zu steuern. Wer im Erstgespräch sagt „das würde ich anders machen, und zwar deshalb“, wird dir später Arbeit abnehmen.
Verstehst du, was sie sagen? Wenn Erklärungen nach Fachjargon klingen und du nach dem Gespräch nicht wiedergeben könntest, was vorgeschlagen wurde, wird die Zusammenarbeit anstrengend. Gute Anbieter erklären ihr Fach so, dass es außerhalb des Fachs verständlich ist.
Beides klingt weich und ist in der Praxis der beste Indikator dafür, wie das Projekt laufen wird.
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