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Woran man eine veraltete Unternehmenswebsite erkennt

Acht Anzeichen, an denen du eine veraltete Unternehmenswebsite sofort erkennst.

Veröffentlicht:

28. September 2026

Aktualisiert:

29. September 2026

6 Min.

Lesezeit

Titelgrafik „Ist deine Website veraltet?“ mit Ladezeit 6,4 s und letztem Update 2017Titelgrafik „Ist deine Website veraltet?“ mit Ladezeit 6,4 s und letztem Update 2017

Kernaussagen

  • Websites veralten nicht plötzlich, sondern schleichend. Deshalb merkt man es intern zuletzt.
  • Die teuersten Anzeichen sind technisch, nicht gestalterisch: Ladezeit, mobile Bedienbarkeit und fehlende Pflegemöglichkeit.
  • Ein einzelner Punkt ist selten ein Grund zum Handeln. Drei oder mehr sind es fast immer.
  • Nicht jede alte Website muss neu gebaut werden. Manche brauchen nur eine ehrliche Bestandsaufnahme.

Warum man es intern zuletzt merkt

Wer jeden Tag mit der eigenen Website arbeitet, sieht sie irgendwann nicht mehr. Man kennt die Wege, man weiß, wo was steht, und man übersetzt die Seite unbewusst in das, was sie einmal sein sollte. Besucher machen das nicht. Sie kommen ohne Vorwissen, geben der Seite ein paar Sekunden und entscheiden dann, ob sie bleiben.

Dazu kommt ein zweiter Effekt: Der Vergleichsmaßstab verschiebt sich. Eine Website, die 2019 zeitgemäß war, wirkt heute nicht deshalb alt, weil sie sich verändert hätte, sondern weil sich das Umfeld verändert hat. Ladezeiten, die damals normal waren, gelten heute als langsam. Bedienmuster, die damals neu waren, sind heute Standard, und ihr Fehlen fällt auf.

Deshalb funktioniert Selbsteinschätzung hier schlecht. Was funktioniert, sind überprüfbare Punkte. Die folgenden acht kannst du an deiner eigenen Seite durchgehen, ohne Tool und ohne Agentur.

Die ehrliche Zwischenbilanz

Wer jeden Tag mit der eigenen Website arbeitet, sieht sie irgendwann nicht mehr. Man kennt die Wege, man weiß, wo was steht, und man übersetzt die Seite unbewusst in das, was sie einmal sein sollte. Besucher machen das nicht. Sie kommen ohne Vorwissen, geben der Seite ein paar Sekunden und entscheiden dann, ob sie bleiben.

Dazu kommt ein zweiter Effekt: Der Vergleichsmaßstab verschiebt sich. Eine Website, die 2019 zeitgemäß war, wirkt heute nicht deshalb alt, weil sie sich verändert hätte, sondern weil sich das Umfeld verändert hat. Ladezeiten, die damals normal waren, gelten heute als langsam. Bedienmuster, die damals neu waren, sind heute Standard, und ihr Fehlen fällt auf.

Deshalb funktioniert Selbsteinschätzung hier schlecht. Was funktioniert, sind überprüfbare Punkte. Die folgenden acht kannst du an deiner eigenen Seite durchgehen, ohne Tool und ohne Agentur.

Anzeichen 1 und 2: Ladezeit und austauschbarer Text

Öffne deine Startseite auf dem Mobiltelefon, im Mobilfunknetz, nicht im WLAN. Zähle mit, bis der erste sinnvolle Inhalt sichtbar ist. Über drei Sekunden ist ein Problem, über fünf Sekunden ist es teuer.

Ladezeit ist der Punkt, an dem sich technische Vernachlässigung am direktesten in verlorene Besucher übersetzt. Die häufigste Ursache sind Bilder, die in voller Auflösung ausgeliefert werden, obwohl sie auf dem Handy nur ein Viertel der Fläche einnehmen. Die zweithäufigste sind Skripte, die vor dem eigentlichen Inhalt geladen werden, obwohl sie erst weiter unten gebraucht werden.

Beides lässt sich meist ohne Neubau beheben. Wer hier nachbessert, gewinnt oft mehr als durch ein neues Design.

Der Text erklärt, was ihr tut, aber nicht, für wen. Die meisten veralteten Websites haben kein Gestaltungsproblem, sondern ein Positionierungsproblem. Sie beschreiben Leistungen, aber nicht die Situation, in der jemand diese Leistungen braucht.

Ein Test: Lies deinen Startseitentext und streiche gedanklich deinen Firmennamen heraus. Könnte der Text so auch beim Wettbewerb stehen? Wenn ja, arbeitet er nicht für dich. Formulierungen wie „ganzheitliche Lösungen“, „individuelle Betreuung“ oder „langjährige Erfahrung“ sind austauschbar, nicht weil sie falsch wären, sondern weil sie jeder schreiben kann.

Was stattdessen trägt: die konkrete Ausgangslage deiner Kunden, benannt in ihren Worten. Wer sich darin wiedererkennt, liest weiter.

Anzeichen 3 und 4: keine Pflegemöglichkeit und mobile Brüche

Wenn jede Textänderung eine Mail an die Agentur bedeutet, veraltet die Seite zwangsläufig. Nicht weil niemand pflegen will, sondern weil der Aufwand pro Änderung zu hoch ist. Kleine Korrekturen bleiben liegen, dann mittlere, irgendwann stehen Ansprechpartner und Referenzen von vorgestern auf der Seite.

Das ist einer der Punkte, an denen sich ein Neubau tatsächlich rechnet, nicht wegen der Optik, sondern weil er die Pflegekosten der nächsten Jahre bestimmt. Die Frage lautet nicht „gefällt es uns noch?“, sondern „wer kann hier in zwei Jahren noch etwas ändern?“.

Auf dem Handy passt etwas nicht. Nicht „die Seite ist nicht responsiv“, das sind heute die wenigsten. Gemeint sind die kleinen Brüche: Tabellen, die seitlich herauslaufen. Buttons, die zu nah beieinander liegen. Formulare, bei denen das Handy die falsche Tastatur einblendet. Bilder mit Text darin, der auf dem Telefon nicht mehr lesbar ist.

Der Großteil der Besucher kommt mobil. Wenn dort etwas hakt, fällt es intern trotzdem selten auf, weil intern fast alle am Rechner arbeiten. Geh die drei wichtigsten Seiten einmal bewusst am Telefon durch: Startseite, Leistungsseite, Kontakt. Meistens reicht das.

Anzeichen 5 und 6: kein nächster Schritt und Stockfotos

Auf jeder Seite sollte erkennbar sein, was ein Besucher als Nächstes tun kann. Nicht als aufdringlicher Aufruf, sondern als naheliegende Fortsetzung. Fehlt dieser Schritt, lesen Besucher zu Ende und gehen.

Typische Lücken: Leistungsseiten, die im Fließtext enden. Referenzen ohne Weg zur Anfrage. Ein Kontaktformular, das nur über die Navigation erreichbar ist. Das sind keine Designfehler, sondern fehlende Führung, und sie kosten Anfragen, ohne dass es in irgendeiner Statistik auffällt.

Die Bilder zeigen niemanden, den es wirklich gibt. Stockfotos sind kein Stilproblem, sondern ein Vertrauensproblem. Das immer gleiche Händeschütteln im Konferenzraum sagt dem Besucher: Hier war niemand mit einer Kamera. Genau so liest er es.

Das gilt besonders für Dienstleister, bei denen die Entscheidung stark über Personen läuft. Wer nicht zeigt, mit wem man arbeitet, nimmt sich das stärkste Vertrauenssignal, das eine Website hat. Echte Fotos müssen nicht perfekt sein, sie müssen echt sein.

Anzeichen 7 und 8: rechtliche Lücken und fehlende Zahlen

Impressum und Datenschutzerklärung sind auf den meisten Seiten vorhanden, aber oft veraltet. Häufige Lücken: ein Cookie-Banner, der Dienste lädt, bevor zugestimmt wurde. Eingebundene Schriften, die von externen Servern kommen. Eine Datenschutzerklärung, die Tools beschreibt, die längst nicht mehr im Einsatz sind, oder umgekehrt.

Seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz kommt für viele Unternehmen ein weiterer Punkt dazu. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund, den Stand einmal sauber zu prüfen.

Niemand schaut in die Zahlen. Wenn niemand weiß, welche Seiten aufgerufen werden, über welche Suchbegriffe Besucher kommen und wo sie abspringen, lässt sich auch nicht sagen, ob die Website ihre Aufgabe erfüllt. Dann bleibt nur Bauchgefühl, und das führt regelmäßig zu Neubauten, die das eigentliche Problem nicht lösen.

Die Search Console reicht für den Anfang und kostet nichts. Wer dort drei Monate mitliest, weiß deutlich mehr über die eigene Website als nach jeder internen Diskussion.

Was du mit dem Ergebnis machst

Zähle durch, wie viele der acht Punkte auf deine Website zutreffen.

Einer bis zwei: Kein Handlungsdruck. Behebe den Punkt einzeln, meistens reicht ein Nachmittag.

Drei bis vier: Es lohnt sich, systematisch heranzugehen. Oft sind es verbundene Ursachen: Eine Seite, die nicht gepflegt werden kann, veraltet automatisch auch inhaltlich. Ein Relaunch ist möglich, aber nicht zwingend.

Fünf und mehr: Die Website arbeitet gegen dich. Punktuelle Reparaturen kosten dann meist mehr als ein Neuaufbau, weil jede Änderung an der nächsten Stelle hakt.

In jedem Fall gilt: Die Entscheidung sollte nicht am Aussehen hängen. Sie hängt daran, ob die Seite ihre Aufgabe erfüllt: Anfragen erzeugen, Fragen beantworten, Vertrauen aufbauen.

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