Festpreis oder Stundensatz: welches Modell im Webprojekt fair ist


Key takeaways
- Festpreis passt zu klar beschriebenen Projekten, Stundensatz zu allem, was sich unterwegs klärt.
- Ein Festpreis enthält immer einen Risikoaufschlag. Wer ihn nicht sieht, hat ihn trotzdem bezahlt.
- Die Mischform aus Festpreis für die Basis und Stundensatz für Erweiterungen ist meist die fairste.
- Entscheidend ist nicht das Modell, sondern wie präzise der Umfang beschrieben ist.
Was ein Festpreis wirklich ist
Ein Festpreis ist keine Preisangabe, sondern eine Risikoübernahme. Der Dienstleister verpflichtet sich, ein beschriebenes Ergebnis für eine feste Summe zu liefern, egal, wie lange es dauert.
Daraus folgt zwingend ein Aufschlag. Wer kalkuliert, dass ein Projekt 80 Stunden braucht, kann nicht 80 Stunden anbieten. Er muss einplanen, dass es 100 werden. Üblich sind 15 bis 30 Prozent, je nachdem, wie klar die Beschreibung ist.
Das ist kein Trick, sondern die Bedingung dafür, dass jemand das Risiko übernimmt. Wer einen Festpreis will, kauft Planungssicherheit, und die kostet.
Der zweite Effekt ist weniger offensichtlich: Ein Festpreis macht Änderungen teuer. Jede Abweichung vom beschriebenen Umfang wird zum Nachtrag, weil die Kalkulation sonst nicht aufgeht. Was im Stundenmodell eine halbe Stunde wäre, wird zu einem Angebot über 250 Euro.
Der Preis der Sicherheit
Ein Festpreis ist keine Preisangabe, sondern eine Risikoübernahme. Der Dienstleister verpflichtet sich, ein beschriebenes Ergebnis für eine feste Summe zu liefern, egal, wie lange es dauert.
Daraus folgt zwingend ein Aufschlag. Wer kalkuliert, dass ein Projekt 80 Stunden braucht, kann nicht 80 Stunden anbieten. Er muss einplanen, dass es 100 werden. Üblich sind 15 bis 30 Prozent, je nachdem, wie klar die Beschreibung ist.
Das ist kein Trick, sondern die Bedingung dafür, dass jemand das Risiko übernimmt. Wer einen Festpreis will, kauft Planungssicherheit, und die kostet.
Der zweite Effekt ist weniger offensichtlich: Ein Festpreis macht Änderungen teuer. Jede Abweichung vom beschriebenen Umfang wird zum Nachtrag, weil die Kalkulation sonst nicht aufgeht. Was im Stundenmodell eine halbe Stunde wäre, wird zu einem Angebot über 250 Euro.
Wann ein Festpreis das richtige Modell ist
Drei Bedingungen müssen zusammenkommen.
Der Umfang ist beschreibbar. Zwölf Seiten, ein Kontaktformular, eine Sprache, Texte kommen vom Kunden. Das lässt sich kalkulieren.
Die Entscheidungen sind getroffen. Wer noch nicht weiß, ob ein Blog dazukommt oder ob es zwei Sprachen werden, kauft einen Festpreis für ein Projekt, das er noch nicht kennt.
Es gibt einen festen Termin oder ein festes Budget. Genau dafür ist das Modell gebaut.
Typische Projekte, die zum Festpreis passen: Relaunch mit klarem Seitenumfang, Landingpage, Corporate Design, Migration von einem System ins andere.
Wichtig ist dann, dass der Leistungsumfang wirklich im Angebot steht, nicht als Überschrift, sondern als Liste. Website nach Absprache ist kein Festpreis, sondern ein Streit mit Datum.
Wann der Stundensatz fairer ist
Der Stundensatz hat einen schlechten Ruf, weil er offen lässt, was am Ende dasteht. Für bestimmte Projekte ist er trotzdem das ehrlichere Modell.
Wenn sich der Umfang erst im Arbeiten klärt. Bei einer Beratung, bei laufender Optimierung, bei allem, wo das Ergebnis der ersten Woche bestimmt, was die zweite sinnvoll macht.
Wenn viel Abstimmung nötig ist. Mehrere Entscheider, wechselnde Anforderungen, ein Projekt, das intern noch wandert.
Wenn ihr Teile selbst beisteuert. Dann zahlt ihr nur, was tatsächlich gemacht wurde, statt eine Pauschale für Leistungen, die ihr abnehmt.
Bei laufender Betreuung. Ein fester Monatsbetrag ohne Kontingent bedeutet: In ruhigen Monaten zahlt ihr zu viel, in vollen bekommt ihr zu wenig.
Damit es fair bleibt, braucht es drei Dinge: eine Schätzung mit Spanne, eine Obergrenze, ab der gesprochen wird, und eine nachvollziehbare Aufstellung der Stunden.
Die Mischform
In der Praxis ist die sinnvollste Variante meist eine Kombination.
Festpreis für den definierten Kern. Die zwölf Seiten, die Struktur, die Gestaltung, die technische Umsetzung. Alles, was sich vorher beschreiben lässt.
Stundensatz für alles darüber hinaus. Zusätzliche Seiten, Änderungswünsche nach der Freigabe, Sonderfunktionen, Beratung.
Ein Kontingent für die Zeit danach. Zum Beispiel zehn Stunden, abrufbar in den ersten sechs Monaten, für die kleinen Dinge, die immer auffallen, wenn eine Seite live ist.
Das hat für beide Seiten Vorteile. Ihr wisst, was die Basis kostet. Der Dienstleister muss keinen Aufschlag für Unbekanntes einrechnen, weil das Unbekannte nach Aufwand läuft.
Wichtig ist dabei nur eine Sache: Es muss vorher feststehen, was zum Festpreisteil gehört und was nicht. Sonst verschiebt sich diese Grenze im Projekt, und dann ist es keine Mischform, sondern ein Streitpunkt.
Was in beiden Modellen im Vertrag stehen sollte
Unabhängig vom Modell entscheiden fünf Punkte darüber, ob es fair läuft.
Der Leistungsumfang als Liste. Nicht Website-Erstellung, sondern was genau dazugehört.
Die Zahl der Korrekturrunden. Üblich sind zwei bis drei pro Stufe. Ohne Angabe ist jede weitere Runde ein Konflikt.
Wer was liefert und bis wann. Texte, Bilder, Zugänge, Freigaben. Verzug auf Kundenseite ist der häufigste Grund für Terminverschiebungen.
Was bei Mehraufwand passiert. Wird vorher gesprochen? Ab welcher Grenze?
Was am Ende übergeben wird. Zugänge, Quelldateien, Dokumentation, Nutzungsrechte.
Ein Angebot, das diese fünf Punkte enthält, ist in beiden Modellen belastbar. Eines ohne sie ist in beiden Modellen riskant. Der Festpreis täuscht dabei nur besser darüber hinweg.
Die Frage, die das Modell bestimmt
Statt sich für ein Modell zu entscheiden, hilft eine Frage: Wie sicher könnt ihr heute beschreiben, was am Ende dastehen soll?
Wenn ihr es auf eine Seite schreiben könnt und in drei Monaten würde dasselbe dort stehen: Festpreis. Ihr kauft Sicherheit und zahlt dafür einen Aufschlag, der sich lohnt.
Wenn ihr merkt, dass jede Antwort mit kommt darauf an beginnt: Stundensatz mit Schätzung und Obergrenze. Ein Festpreis auf unklarer Grundlage ist entweder zu teuer oder er wird im Projekt nachverhandelt, meist beides.
Und wenn die Antwort dazwischen liegt, was meistens der Fall ist: Mischform.
Ein letzter Hinweis: Ein Dienstleister, der bei einem unklaren Projekt sofort einen Festpreis nennt, hat entweder großzügig aufgeschlagen oder wird nachfordern. Beides erkennt man daran, dass keine Rückfragen kamen.
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