German Design Award 2026


German Design Award 2026
German Design Award 2026 für den Webauftritt von Seconds
- Date
- 09.02.2026
- Award
- Winner · Excellent Communications Design – Web
- Category
- Award
- Project
- Seconds (BMI Lab AG)

At a glance
- Kategorie: Excellent Communications Design – Web
- Projekt: Seconds für die BMI Lab AG, Berlin
- Design: Cee Cee Creative. Development: Webwavers.
- Bewertet wird Gestaltung, Handwerk und Wirkung
German Design Award 2026: was die Jury an „Seconds“ ausgezeichnet hat
Der German Design Award gehört zu den renommiertesten Auszeichnungen für gestalterische Qualität. Vergeben wird er vom Rat für Formgebung, einer Institution, die seit 1953 existiert und deren Jurys international besetzt sind. Eine Auszeichnung in der Kategorie Excellent Communications Design – Web bedeutet deshalb nicht, dass eine Seite hübsch ist. Sie bedeutet, dass eine Jury aus Gestaltern und Strategen zu dem Schluss gekommen ist, dass hier Kommunikation funktioniert.
Ausgezeichnet wurde 2026 der Webauftritt von Seconds, einer Innovationsberatung aus Berlin, hinter der die BMI Lab AG steht. Das Design stammt von der Agentur Cee Cee Creative, die technische Umsetzung von uns. Dieser Beitrag erklärt, was an dem Projekt ausgezeichnet wurde, woran eine solche Jury tatsächlich misst und was du daraus für deinen eigenen Auftritt mitnehmen kannst, auch ohne Ambitionen auf einen Preis.
Ein Preis für Kommunikationsdesign misst nicht, wie gut eine Website aussieht. Er misst, ob das, wofür eine Marke steht, beim Betrachten tatsächlich ankommt: in Struktur, Tempo und Detail.
Woran eine Jury einen Webauftritt misst
Wer zum ersten Mal eine Einreichung vorbereitet, unterschätzt meist, wie wenig es um Geschmack geht. Die Bewertungskriterien sind erstaunlich nah an dem, was auch im Alltag über den Erfolg einer Website entscheidet. Fünf Dimensionen tauchen praktisch immer auf.
Gestalterische Qualität
Typografie, Raum, Farbe, Rhythmus. Nicht als Dekoration, sondern als Mittel, um Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Eine Jury sieht sofort, ob Weißraum bewusst gesetzt oder einfach übrig geblieben ist. Und sie sieht, ob eine Schrift zur Haltung der Marke passt oder nur gerade in Mode war.
Eigenständigkeit
Auffällig viele Einreichungen sehen aus wie das, was gerade alle machen. Ausgezeichnet wird das Gegenteil: eine Gestaltung, die sich aus der Sache selbst ergibt und nicht aus einer Referenzsammlung. Bei Seconds war die Sache die Arbeitsweise einer Innovationsberatung: analytisch, methodisch, strukturiert. Genau das sollte die Seite erlebbar machen, nicht nur behaupten.
Handwerkliche Umsetzung
Hier trennt sich am schnellsten die Spreu. Eine Jury klickt sich durch, verkleinert das Fenster, scrollt schnell, scrollt langsam. Alles, was ruckelt, springt oder auf dem Handy auseinanderfällt, fällt auf. Ein guter Entwurf, der schlecht umgesetzt ist, kommt nicht durch.
Nutzerführung
Findet ein Besucher, wozu er gekommen ist? Bei einer Beratung heißt das: Verstehe ich in kurzer Zeit, was diese Firma tut, für wen, und woran ich erkenne, dass sie es kann. Aufwendige Gestaltung, die diese Fragen verstellt, wird nicht belohnt.
Wirkung auf die Marke
Die letzte und härteste Frage: Steht die Marke nach dem Besuch anders da als vorher? Ein Auftritt, der austauschbar bleibt, kann handwerklich einwandfrei sein und wird trotzdem nicht ausgezeichnet.
Das Projekt: Seconds
Seconds ist eine Innovationsberatung aus Berlin. Sie begleitet Organisationen an den Punkten, an denen Entscheidungen fallen. Daher auch die Markenbotschaft „Creating Pivotal Seconds That Move Organisations”. Der Anspruch an den Webauftritt war entsprechend: Die Seite sollte nicht über die Arbeitsweise reden, sondern sie zeigen.
Die Idee
Der Auftritt wurde als digitales Spiegelbild der eigenen Methode verstanden. Wissenschaftliche Tiefe, methodische Präzision und strategische Klarheit sollten nicht nur inhaltlich vorkommen, sondern visuell und technisch erfahrbar sein. Das Design folgt deshalb keinem dekorativen Ansatz. Jedes Element hat eine Aufgabe.
Die Struktur
Insights, Cases und Services mussten klar voneinander getrennt und trotzdem als ein Gedankengang lesbar sein. Eine Beratung verkauft kein Produkt, sondern Urteilsvermögen. Das lässt sich nur über Struktur beweisen: was zuerst kommt, was daneben steht, was bewusst weggelassen wird.
Die Zusammenarbeit
Das gestalterische Konzept kam von Cee Cee Creative. Unsere Aufgabe war die Umsetzung in Webflow, inklusive der interaktiven Module, der fein abgestimmten Animationen und der gesamten Informationsarchitektur im System. Solche Konstellationen funktionieren nur, wenn die Umsetzung den Entwurf nicht vereinfacht, sobald es technisch unbequem wird.
Die Anforderung
Der Entwurf war bewusst komplex gedacht. Aufwendige Übergänge, verschachtelte Interaktionen, viel Bewegung. All das musste sauber laufen, ohne Performance oder Bedienbarkeit zu opfern, und das in einem knappen Zeitfenster.
Wie aus einem anspruchsvollen Entwurf ein belastbarer Auftritt wird
Der Schritt vom Design zur fertigen Seite ist der, an dem die meisten ambitionierten Projekte an Qualität verlieren. Nicht weil jemand schlampt, sondern weil unterwegs Kompromisse gemacht werden, die niemand dokumentiert. Fünf Punkte haben bei Seconds den Unterschied gemacht.
1. Den Entwurf verstehen, bevor die erste Zeile entsteht
Vor dem Bauen steht die Frage, warum etwas so gestaltet ist. Welche Bewegung trägt eine Aussage, welche ist Schmuck? Wer das nicht klärt, baut alles gleich wichtig und verliert genau die Hierarchie, die den Entwurf ausgemacht hat.
2. Struktur vor Effekt
Zuerst steht das Grundgerüst: saubere Abschnitte, konsistente Abstände, ein klares System aus wiederverwendbaren Bausteinen. Animationen kommen danach. Umgekehrt entsteht eine Seite, die beeindruckt und beim ersten Inhaltswechsel auseinanderfällt.
3. Bewegung als Teil der Aussage
Übergänge wurden dort eingesetzt, wo sie einen Zusammenhang herstellen, etwa zwischen Methode und Ergebnis. Timing und Kurven sind dabei keine Geschmacksfrage. Zu schnell wirkt nervös, zu langsam wirkt schwerfällig. Beides beschädigt die Aussage.
4. Performance mitdenken statt nachoptimieren
Bildformate, Ladereihenfolge, wie viel gleichzeitig animiert wird: Das sind Entscheidungen während des Bauens, keine Aufräumarbeit am Ende. Eine Seite, die erst nach dem Livegang schnell gemacht wird, bleibt in der Regel langsam.
5. Pixelgenau abnehmen
Am Ende wird gegen den Entwurf geprüft, Abschnitt für Abschnitt, auf allen Bildschirmgrößen. Nicht ungefähr, sondern genau. Die Summe der kleinen Abweichungen ist das, was später den Unterschied zwischen gut und ausgezeichnet ausmacht.
Was du daraus für deinen eigenen Auftritt mitnimmst
Ein Preis ist ein Nebeneffekt, kein Ziel
Kein ausgezeichnetes Projekt startet mit dem Ziel, einen Preis zu gewinnen. Es startet mit einer Marke, die etwas zu sagen hat, und mit der Bereitschaft, das konsequent durchzuhalten. Die Auszeichnung ist die Folge, nicht der Auslöser.
Design und Umsetzung sind eine Einheit
Der häufigste Qualitätsverlust entsteht an der Übergabe. Ein starker Entwurf, der technisch vereinfacht wird, verliert genau die Details, die ihn getragen haben. Wenn du extern gestalten lässt, kläre früh, wer die Umsetzung verantwortet und woran die Abnahme gemessen wird.
Fazit
Für uns ist der German Design Award 2026 keine Trophäe, sondern eine Bestätigung: Strategie, Gestaltung und technische Präzision gehören zusammen. Wo sie getrennt behandelt werden, entstehen Auftritte, die man vergisst. Wo sie zusammen gedacht werden, entstehen Auftritte, die eine Marke tragen.










