Kernaussagen
- Ortsseiten lohnen nur mit eigenem Inhalt wie Referenzprojekt, Fotos, Anfahrtszeit und örtlichen Besonderheiten
- Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, sind nach Googles Spam-Richtlinien Doorway-Seiten (Wortaustausch-Test)
- Google wertet lokal Relevanz, Entfernung und Bekanntheit, die Entfernung lässt sich nicht beeinflussen
- Sinnvoll sind 4 bis 12 Leistungsseiten, 1 Einsatzgebiet-Seite und 0 bis 8 echte Ortsseiten
- Das Google-Unternehmensprofil mit identischen NAP-Daten ist der zweite Hebel neben der Website
Kurz gesagt: Eine Leistungsseite mit Ortsbezug lohnt sich nur, wenn sie für diesen Ort etwas Eigenes enthält: ein Referenzprojekt, Fotos, Hinweise zu örtlichen Besonderheiten, Anfahrtszeit, einen Ansprechpartner. Wer 40 Orte mit demselben Text und ausgetauschtem Ortsnamen anlegt, baut laut Googles Spam-Richtlinien Doorway-Seiten. Besser sind wenige starke Leistungsseiten, wenige echte Ortsseiten und ein sauber gepflegtes Google-Unternehmensprofil.
Was Google für lokale Treffer zählt
Google nennt für lokale Ergebnisse drei Hauptfaktoren: Relevanz (wie gut das Profil zur Suche passt), Entfernung (wie weit der Betrieb vom Suchenden entfernt ist) und Bekanntheit (unter anderem Links auf das Unternehmen sowie Anzahl und Bewertung der Rezensionen). Ein besseres lokales Ranking lässt sich laut Google nicht beantragen oder kaufen (Google Unternehmensprofil-Hilfe).
Das hat Folgen für deine Website:
- Die Entfernung kannst du nicht ändern. Sie hängt davon ab, wo dein Betrieb liegt und wo der Suchende steht. Eine Ortsseite für eine Stadt, die 80 Kilometer weg ist, macht dich nicht näher.
- Relevanz und Bekanntheit kannst du beeinflussen: mit klaren Leistungsseiten, einem vollständigen Profil, echten Bewertungen und Verlinkungen aus der Region.
- Das Kartenergebnis (Google-Unternehmensprofil) und die normalen Suchergebnisse (deine Website) sind zwei Hebel. Ortsseiten wirken vor allem auf Letztere.
Die Grundlagen zum Thema stehen auch im Beitrag Local SEO für B2B. Hier geht es um eine Frage, die viele Handwerksbetriebe haben: Soll ich für jeden Ort eine eigene Seite anlegen?
Wo die Grenze zu Spam verläuft
Google beschreibt Doorway-Abuse so: Seiten werden gezielt erstellt, um für bestimmte, ähnliche Suchanfragen zu ranken, und leiten Nutzer auf Zwischenseiten, die weniger nützlich sind als das eigentliche Ziel. Zu den Beispielen gehören mehrere Domains oder Seiten für bestimmte Regionen oder Städte, die alle Nutzer auf eine einzige Seite lenken, sowie im Wesentlichen gleichartige Seiten (Google, Spam-Richtlinien).
Dasselbe Regelwerk verbietet auch Massenproduktion von Seiten ohne Nutzen, egal ob von Menschen oder KI geschrieben. Praktisch heißt das: Ein Seitenraster mit "Dachdecker in {Ort}" für 40 Orte, bei dem sich nur der Ortsname ändert, ist genau das Muster, das Google ablehnt.
Der Wortaustausch-Test
Nimm deine Ortsseite und ersetze den Ortsnamen durch einen anderen. Passt der Text danach immer noch, ist die Seite austauschbar. Dann ist sie für den Leser wertlos und für Google ein Risiko. Eine gute Ortsseite besteht diesen Test nicht, weil sie Dinge enthält, die nur an diesem Ort stimmen.
Der Test lässt sich schärfen:
- Gibt es mindestens ein echtes Referenzprojekt aus diesem Ort oder der direkten Umgebung, mit Foto und Beschreibung?
- Enthält die Seite eine Information, die nur dort gilt (Fördermöglichkeiten der Gemeinde, Anforderungen von Denkmalschutz oder Ortssatzung, typische Gebäudearten, Zugang)?
- Nennt sie realistische Anfahrts- und Reaktionszeiten ab deinem Standort?
- Würde ein Kunde aus diesem Ort nach dem Lesen eher anrufen als nach der Hauptseite?
Bei weniger als drei Ja ist die Seite zu dünn. Dann ist es besser, den Ort in eine Liste auf einer Einsatzgebiet-Seite aufzunehmen.
Die Struktur, die funktioniert: Leistung mal Einsatzgebiet
Die meisten Betriebe fahren mit einer Seitenstruktur in drei Ebenen am besten:
| Ebene | Beispiel | Wofür | Anzahl |
|---|---|---|---|
| Leistungsseite | "Flachdachsanierung", "Elektroinstallation Neubau", "Badsanierung" | Das Angebot erklären: Ablauf, Materialien, Dauer, Preisfaktoren, FAQ, Referenzen | 4 bis 12, je nach Betrieb |
| Einsatzgebiet-Seite | "Unser Einsatzgebiet" | Zeigt Standort, Radius, Anfahrtszeiten, eine Liste der Orte, verlinkt Referenzen | 1 |
| Ortsseite (selten) | "Dachsanierung in {Stadt}" | Nur für Orte mit Standort, Niederlassung oder vielen echten Referenzen | 0 bis 8 |
Wichtig dabei: Die Leistungsseite ist die Hauptseite. Sie bekommt den Aufwand, weil Suchende meistens nach einer Leistung suchen und den Ort dazusetzen. Wer "Dachdecker Günzburg" sucht, sucht den Betrieb in der Nähe, nicht eine Seite pro Dorf.
Ein Betrieb mit zwei Standorten kann pro Standort eine Seite haben, wenn dort wirklich Personal sitzt. Das deckt sich mit dem Google-Profil: Mehrere Profile sind nur für Standorte mit getrennten Einsatzgebieten und eigenem Personal erlaubt (Google, Service-Area-Businesses).
Was auf eine gute Ortsseite gehört
Wenn du eine Ortsseite anlegst, soll sie so aussehen, als hätte sie jemand für genau diese Gemeinde geschrieben:
- Konkretes Projekt: "Dach eines Mehrfamilienhauses in {Ortsteil}: Ausgangslage, Arbeitsschritte, Dauer, Ergebnis." Mit mindestens drei eigenen Fotos, nicht aus Stockbibliothek.
- Ortsbezogene Hinweise: Auflagen aus Bebauungsplan oder Denkmalschutz, die in dieser Gemeinde typisch sind, Förderprogramme der Stadt, häufige Gebäudetypen.
- Praktisches: Anfahrtszeit ab Werkstatt, Erreichbarkeit im Notfall, Kundenstimmen aus der Region mit Erlaubnis.
- Klare Verlinkung: Zur Hauptleistung, zur Kontaktseite, zu den passenden Referenzen.
- Ansprechperson: Name und Foto, nicht nur ein Formular.
Und was du weglässt: Füllsätze wie "Wir sind Ihr kompetenter Partner in {Ort}", Auflistungen aller Nachbarorte im Fließtext und Meta-Titel, die nur den Ortsnamen austauschen.
Google-Unternehmensprofil: der zweite Hebel
Die Website allein macht es nicht. Für lokale Treffer ist das Google-Unternehmensprofil wichtig. Für Betriebe, die zu Kunden fahren, hat Google klare Regeln (Google, Service-Area-Businesses):
- Ein Profil für den zentralen Sitz mit festgelegtem Einsatzgebiet.
- Adresse verbergen, wenn Kunden den Betrieb nicht besuchen. Ein Klempner, der von zu Hause arbeitet, entfernt die Adresse.
- Das Einsatzgebiet soll sich in der Regel nicht weiter als etwa zwei Autostunden vom Standort erstrecken.
- Ein virtuelles Büro ist nicht zulässig, außer es ist während der Geschäftszeiten besetzt.
- Telefonnummern müssen direkt vom Unternehmen kontrolliert werden und sollten lokal sein. Weiterleitungen sind nicht erlaubt.
- Betriebe mit Werkstatt oder Ausstellung können die Adresse zeigen und zusätzlich ein Einsatzgebiet setzen, wenn der Standort besetzt ist und Kunden empfangen kann.
Was auf der Website dazu passen muss: dieselben Angaben zu Name, Adresse und Telefon wie im Profil (kurz NAP), ein Impressum mit denselben Daten und eine Kontaktseite, die den Standort erklärt. Für die Auszeichnung mit strukturierten Daten verlangt Google, jeden Standort als eigenes LocalBusiness zu definieren, mit Pflichtangaben für name und address und empfohlenen Angaben wie telephone, url, geo und openingHoursSpecification (Google, LocalBusiness-Markup). Für Handwerk gibt es dazu passende Untertypen von LocalBusiness, zum Beispiel für Elektriker, Klempner oder Dachdecker.
Umsetzung in Webflow
Webflow eignet sich für diese Struktur, weil das CMS Beziehungen zwischen Inhalten abbilden kann:
- Collection "Leistungen": eine Seite pro Leistung, mit Text, FAQ, Fotos.
- Collection "Referenzprojekte": Titel, Beschreibung, Fotos, Ort, Leistung (als Verweis), Datum.
- Collection "Orte": nur für Orte mit echtem Bezug. Die Ortsseite zeigt automatisch die Referenzen, die auf diesen Ort verweisen, und leere Orte bekommen keine eigene Seite.
- Einsatzgebiet-Seite: statisch, mit Karte und Ortsliste.
- Index-Steuerung: Ortsseiten ohne eigenes Projekt bekommen
noindexoder gar keine eigene URL. Das geht mit einem Schalter im CMS-Eintrag, der im Seitenkopf eine Robots-Meta-Angabe ausgibt. - Technik: Sitemap mit nur den Seiten, die ranken sollen, und eigener Canonical-Tag je Seite.
So wächst die Zahl der Ortsseiten mit der Zahl der echten Referenzen. Ein Formular, bei dem Mitarbeiter nach dem Auftrag ein Foto und drei Sätze hochladen, ist die wichtigste Schnittstelle: Jedes abgeschlossene Projekt kann eine Seite oder ein Seitenabschnitt werden.
Messen, ob es wirkt
Ohne Messung bleibt alles Annahme. Das reicht für den Start:
- Google Search Console: Suchanfragen mit Ortsnamen, Impressionen und Klicks je Leistungsseite.
- Unternehmensprofil-Statistiken: Anrufe, Routenanfragen, Websiteklicks.
- Anfragen mit Quelle: Im Formular fragen "Wie bist du auf uns gekommen?" und Anrufe zählen.
- Zeitraum: Rechne mit mehreren Monaten, bis eine neue Seite stabil rankt. Eine feste Zusage kann niemand seriös geben.
Zu Conversion-Quoten im Handwerk haben wir keine belastbare, aktuelle Quelle gefunden. Deshalb setzen wir sie nicht an, sondern werten sie pro Betrieb aus den eigenen Daten aus.
Kosten einordnen
Seriöse Festpreise gibt es nicht, weil Betriebe sehr unterschiedlich sind. Zur Einordnung zwei Marktangaben, beide von einzelnen Anbietern, als Richtwerte oder Schätzungen gekennzeichnet und keine Durchschnitte:
- Ein One-Pager für einen Handwerksbetrieb wird in einer Marktübersicht mit etwa 1.500 bis 3.500 Euro einmalig geführt. Für eine Firmenwebsite mit 6 bis 10 Unterseiten nennt dieselbe Übersicht etwa 5.000 bis 12.000 Euro, dort allgemein für Firmen und nicht speziell fürs Handwerk (marketing-planet.de, Website-Kosten 2026).
- Laufende SEO-Betreuung durch Agenturen wird in einer anderen Übersicht für kleine Unternehmen in kleinen Städten mit 1.000 bis 2.000 Euro im Monat zuzüglich MwSt. geschätzt (evergreen.media, SEO-Kosten). Für viele kleine Betriebe ist das zu viel. Eine einmalige saubere Struktur plus gepflegte Referenzen kann reichen.
Wann du keine Agentur brauchst
- Du bist in einer Gegend ohne starken Wettbewerb und lebst von Empfehlungen. Ein gepflegtes Google-Profil und eine klare Seite genügen.
- Du kannst selbst Fotos machen und Texte schreiben. Dann brauchst du eher ein Gerüst im CMS als eine Agentur.
- Du suchst nach schnellem Ranking für 30 Orte. Das gibt es seriös nicht.
Wie wir das umsetzen
Webwavers gehört zu den sieben Webflow Premium Partnern in Deutschland. Für Handwerksbetriebe setzen wir auf eine kleine Zahl gut gebauter Leistungsseiten, eine Einsatzgebiet-Seite und Ortsseiten nur dort, wo es echte Projekte gibt. Typischerweise braucht es dafür von dir: Fotos laufender und fertiger Projekte, eine Liste der Orte, in denen ihr regelmäßig arbeitet, und einen Ansprechpartner im Betrieb, der pro Projekt ein paar Minuten für Foto und Kurztext hat. Die Technik (CMS-Struktur, Schema, Sitemap, Indexsteuerung) gehört zum Umfang einer solchen Umsetzung. Fragen rund um die Auffindbarkeit besprechen wir auf der Seite SEO.
Zur Einordnung: Auf unserer Referenzseite stehen Projekte aus dem Handwerk und Gewerbe, etwa die Corporate Identity für SCS Fahrzeuglackierung (2026) und ein Imagefilm für das Bauunternehmen Höbel (2024, Projekt Höbel). Einen veröffentlichten Local-SEO-Fall mit Messwerten haben wir bisher nicht auf der Referenzseite. Deshalb nennen wir hier keine Ergebniszahlen.
FAQ
Soll ich für jeden Ort in meinem Einzugsgebiet eine eigene Seite anlegen?
Nein. Lege Ortsseiten nur für Orte mit Standort, Niederlassung oder mehreren echten Referenzprojekten an. Alle anderen Orte gehören als Liste auf eine Einsatzgebiet-Seite. Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, sind nach Googles Richtlinien Doorway-Seiten.
Was ist eine Doorway-Seite?
Eine Seite, die gezielt für ähnliche Suchanfragen erstellt wird und Besucher auf eine weniger nützliche Zwischenseite leitet. Google nennt als Beispiel mehrere Seiten für Städte oder Regionen, die alle auf eine Seite lenken, und im Wesentlichen gleichartige Seiten.
Wie viele Leistungsseiten braucht ein Handwerksbetrieb?
Eine pro Hauptleistung, in der Regel vier bis zwölf. Jede beantwortet Ablauf, Dauer, Einflussfaktoren auf den Preis, Fragen und zeigt Referenzen. Zu viele dünne Seiten schaden mehr, als sie nützen.
Was bringt das Google-Unternehmensprofil im Vergleich zur Website?
Das Profil bestimmt, ob du im Kartenergebnis erscheinst, die Website, ob du in den normalen Treffern vorkommst. Für lokale Suchen sind beide wichtig. Google bewertet Relevanz, Entfernung und Bekanntheit, und Rezensionen zählen zur Bekanntheit.
Muss ich meine Adresse im Profil zeigen?
Wenn Kunden dich nicht besuchen, sollst du die Adresse laut Google verbergen und ein Einsatzgebiet angeben. Hast du eine Werkstatt oder Ausstellung mit Kundenverkehr, kannst du die Adresse zeigen.
Ich habe als Dachdecker kaum Zeit für die Website. Was ist das Minimum?
Ein vollständiges Google-Profil, eine Seite je Hauptleistung, eine Einsatzgebiet-Seite und nach jedem größeren Auftrag ein Foto mit drei Sätzen für die Referenzen. Alles andere kann warten.
Taugt Webwavers für Handwerksbetriebe mit Local SEO?
Wir bauen Webflow-Seiten mit sauberer CMS-Struktur und technischem SEO und haben Handwerksprojekte umgesetzt. Einen veröffentlichten Local-SEO-Fall mit Messwerten hast du bei uns nicht zu erwarten. Wenn du eine Agentur suchst, die Ranking-Garantien gibt, sind wir die falsche Wahl.
Du willst deine Struktur prüfen lassen?
Schick uns deine aktuelle Seite und eine Liste der Orte, in denen ihr arbeitet. Wir schauen, welche Orte eine eigene Seite verdienen und welche besser in einer Liste stehen. Schreib an Edip Kilinc, Gründer von Webwavers. Zum Kontakt
Quellen
- Google: Spam-Richtlinien für die Google-Suche (Doorway Abuse, Scaled Content Abuse)
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Lokales Ranking verbessern
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Service-Area-Businesses und Einsatzgebiet
- Google: LocalBusiness-Markup
- marketing-planet.de: Was kostet eine Website 2026
- evergreen.media: SEO-Kosten



